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Slither - Voll auf den Schleim gegangen (2006)

Eine Kritik von floair (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 23.06.2006, seitdem 378 Mal gelesen


In der heutigen Zeit sind solche Filme echt selten und man muss gleich die Initiative ergreifen, wenn einem mal so ein Film im Kino geboten wird. Und es funktioniert noch, auch hier bekommt man eine feine Mischung aus " Der Blob, Dawn of the Dead, Body Snatchers und Night of the Creeps " geboten. Ich sage immer: Besser gut geklaut, als schlecht selber gemacht.

Inhalt:
Ein winziger Meteor stürzt auf die Erde, aus ihm entrinnt eine schleimige Raupe, welche sich gleich den reichen Mr. Grant als Wirt schnappt. Er verändert sich, frisst rohes Fleisch, sieht äusserlich bald aus wie ein Tintenfisch. Und natürlich hat er auch für Nachwuchs gesorgt. Bald fallen in der Stadt kleine rote Würmchen ein, welche die Menschen in blutgierige Zombies verwandelt. Der Jungsheriff Bill pardy und grants Frau Starla versuchen die schleimige Invasion zu stoppen.

Für diesen Film hat man reinsten Rohbau bei früheren Klassikern begangen, aber wenn es funktioniert kann man sich eigentlich nicht beschweren und hier hat es funktioniert. Regie führt James Gunn, welcher auch hierfür das Drehbuch geschrieben hat. Er hat auch das Drehbuch für das Dawn of the Dead Remake geschrieben. Er bekam ein ordentliches Budget zur Seite gestellt und hat dies auch gut verarbeitet. Man sieht es an der edlen Optik und natürlich ist ein Großteil des Budgets in die schleimigen Effekte geflossen.

Eigentlich ist der ganze Film ein riesen großer Gag. Humor spielt hier eine sehr große Rolle, genauso wie ziemlich schräge Figuren. Es wird sich gegenseitig beschimpft und es werden Onliner am laufenden Band gerissen. Der komplette Film nimmt sich nicht ernst, was ihm auf keinen Fall schlechte tut. Ich denke auch dass deshalb die FSK eine 16er Freigabe erteilt hat. Man hat hier seine Auflagen etwas geändert und geht nicht nur nach den Goreszenen, sondern erkennt auch die Unernstigkeit und hat so den Film auch für das etwas jüngere Publikum zugänglich gemacht. Man bekommt wirklich einige nette F/X geboten und dazu eine große Portion Schleim. Ob ein Mann in der Mitte zersteilt wird und im hübsch die Gedärme herausfallen, ob halb weggeschossener Schädel, Stange in den Hals gerammt, oder auch blutige Einschüsse, man bekommt fast die ganze Palette geboten. Auch Fressszenen der Zombies sind zu sehen, aber wie schon gesagt der Witz reißts raus. Denn auch die Zombies lassen Onliner vom Stapel, oder eine infizierte Familie beschimpft ihre nicht infizierte Tochter mit Hure und Nutte und sonstigen Schimpfwörtern. Eigentlich sitzt man die ganze Zeit mit einem Grinsen im Kino.

Nur finde ich den Anfang irgendwie etwas trocken, das liegt vielleicht daran, dass man ziemlich viele Figuren kennenlernt. Der Meteor landet gleich am Anfang und es dauert auch nicht lange bis Mr. Grant infiziert ist, aber bis er sich dann verwandelt, muss man sich eine Weile gedulden und hier fehlt mir ein richtiger Höhepunkt. Es wird auf keinen Fall langweilig, aber etwas zäh. Dafür ist die letzte Stunde Rasanz und Action pur. Es wird gejagt, verwandelt, Sprüche am laufenden Band gerissen, geschlägert und alles was das Programm hergibt.

Da der Film insgesamt ein hohes Tempo hat und dazu viel Witz, kommt natürlich die Spannung etwas zu kurz. Es ist meistens vorhersehbar, was passiert und es fehlt die Ernsthaftigkeit wie zum Beispiel bei " Dawn of the Dead ". Trotzdem, einige Schocks sitzen und es kann schon mal passieren, dass man in seinem Kinosessel zusammenzuckt. Ziemlich gruselig finde ich auch die kleinen Zombiemädchen, wo ihrer Schwester zu Leibe rücken wollen, oder das infizierte Reh, welches den Sheriff in der Polizeistation angreift. Auch die Infizierten insgesamt hat man gut hinbekommen und hier merkt man James Gunns Dawn of the Dead Erfahrungen. Natürlich hat man auch wieder ein schickes großes Hauptmonster geschaffen, welches zum Schluss noch mit einem großen Knall abtreten darf.

Wie oben schon erwähnt, setzt man auf schräge und klischeebeladene Hauptfiguren. Nathan Fillion als Sheriff Pardy schlägt sich sehr sympatisch durch. Man nimmt ihm den etwas vertrottelden Helden wirklich gut ab. Natürlich ist da noch eine kleine Liebesgeschichte zwischen Starla, welche sehr gut von Elizabeth Banks verkörpert wird, und ihm. Michael Rooker, etwas ungewohnt mit Glatze, darf das erste Opfer verkörpern, nämlich den reichen Mr. Grant. Er spielt hier gekonnt einen Unsympaten. Allgemein wird hier sonst auf unbekanntere Gesichter zurückgegriffen und heut zu Tage funktioniert das in so einem Movie fast besser, als mit Prominenz.. Vor allem witzigerweise noch zu erwähnen, sei der Bürgermeister, der sich wie ein herrliches Arschloch benimmt, was dieser Mann als vom Stapel lässt, ist wirklich allerliebst.

Schon wie in " Der Blob " setzt man hier auf die ländliche Atmosphäre, welche auch hier in dunklen und beunruhigenden Bildern dargestellt wird. Bei der Musik hält man sich an Country, wirklich schon kitschig wirkende Songs und die typischen Spannungssounds. Vor allem wenn irgend ein schmalziger Song läuft und dazu geprügelt und geschossen wird, dann ist das schon zum Grinsen.

Fazit:
Hat alles was so ein Film braucht. Kaum Story, es wird nicht alles erklärt, sehr rasant und actionreich. Humor und Onliner bis zum Abwinken, hübsche und blutige F/X und sympatische Charaktere. Einfach perfekt zum Abschalten und unterhalten, denn das wird man wirklich bestens.


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