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Slither - Voll auf den Schleim gegangen (2006)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 23.06.2006, seitdem 1126 Mal gelesen


James Gunn, der am Script zum „Dawn of the Dead“-Remake“ werkelte, meldet sich nun als Regisseur und Drehbuchautor von „Slither“ zu Wort.
Setting für das Ganze ist mal wieder eine US-Kleinstadt am Arsch der Welt, hier mit dem wohlklingenden Namen Wheelsy. Allerdings ist die Bevölkerung hier noch etwas vertrottelter als in anderen Genrevertretern, denn wir sind hier in einem parodistisch angelegten Streifen. Immerhin sind sie auf liebenswürdige Art vertrottelt: Der Sheriff Bill Pardy (Nathan Fillion) muss mit seinem Deputy diskutieren, dass dieser nicht mehr so gut Geschwindigkeiten einschätzen kann, wirkt hilflos, wenn er den harten Mann markieren will und ist heimlich in Starla (Elizabeth Banks), die junge Ehefrau des alten Geldsacks Grant Grant (Michael Rooker) verliebt.
Ausgerechnet bei besagtem Gespräch mit dem Deputy entgeht den Gesetzeshütern der Einschlag eines Meteoriten – und der hat es in sich: außerirdische Killerwürmer. Ihr Wirt wird ausgerechnet Grant, der nun die ganze Stadt damit überziehen will…

„Slither“ mixt wild Versatzstücke aus diversen Horrorstreifen zusammen, Hauptinspirationsquellen sind „The Thing“ und „Night of the Creeps“. Ähnlich wie in letzterem sausen die Alien-Würmer gerne in Münder, der sich transformierende Grant und die Art der außerirdischen Spezies erinnern an „The Thing“ (und der Name R.J. MacReady steht in Anlehnung an dessen Hauptfigur groß an einem Geschäft). Doch die Verweise gehen weiter, denn die von Würmern besessenen Zombies erinnern in vielen Szenen an die Zombie-Filme von Romero und in vielen Punkten lehnt sich „Slither“ sehr an Cronenbergs „Shivers“ an (so wird dessen Badewannenszene fast eins zu eins kopiert).
Doch nicht nur als Potpourri an Zitaten funktioniert „Slither“, sondern auch als komödiantischer Horror. Gerade das Eheleben im Hause Grant, nachdem Grant infiziert hat einige lustige Passagen und der Running Gag mit dem Tintenfisch (Stichwort Landkarte) ist ein echter Brüller. Leider ist „Slither“ nicht durchweg parodistisch, ist über weite Strecken recht ernster Horror und legt seinen Figuren zu wenig markige Oneliner in den Mund. Mit mehr Humor wäre es vermutlich noch besser gewesen, auch wenn das Finale sich herrlich über diverse Klischees lustig macht (Stichwort Handgranate).
So schwächelt „Slither“ immer dann etwas, wenn er sich zu ernst gibt. Die wenigen Schockeffekte sitzen, aber derartige Alieninvasionen hat man nicht zuletzt in den zitierten Vorbildern zuhauf gesehen und so bietet die Story einfach kaum etwas Neues. Die Idee den Hauptwirt zu vernichten, um die Plage zu beenden, ist allenfalls für die Hauptfiguren ein Novum und auch sonst bleiben große Überraschungen aus. Spannungspassagen wie eingeschlossen sein im Auto oder Flucht aus einem von Würmern überrannten Haus sind auch nur dünn gesät, ziehen aber immerhin, wenn sie auftauchen.

Rein optisch kann man an „Slither“ aber nicht meckern, denn graphisch geht es hier schön Old School und blutig zu. Der mutierte Grant zerteilt einen unvorsichtigen Hinterwäldler, die Zombies fressen an Gliedmaßen herum und derartige Scherze. Ohne viel CGI kommen die Goreeffekte daher und auch die Masken sowie die computeranimierten Creature-FX sind sehr gelungen, neben dem mutierten Grant noch die Würmer, Zombies und sogar ein infiziertes Reh. Da hat man fast das Gefühl, als hätten die Macher gute alte Streifen wie „Der Blob“ noch mal neu auf die Leinwand gebracht.
Nathan Fillion hat hier eine ähnliche Rolle wie in „Serenity“ und „Firefly“, spielt diese aber genauso gut: Das sympathische Großmaul mit Kampfgeist, der aber in den leisen Momenten immer sympathisch hilflos wirkt. Michael Rooker spielt den Widerling sehr gut, Gregg Henry (mit dem Fillion ja auch schon in einer „Firefly“-Folge spielte) als Bürgermeister MacReady auch in Ordnung und Elizabeth Banks als Love Interest macht einen guten Job. Auch sonst kann man an den Nebendarstellern nicht meckern, auch wenn diese meist nicht so gefordert sind.

An „The Thing“ und „Night of the Creeps“ kommt „Slither“ zwar nicht heran, da er die Story etwas altbacken ist und der Film noch witziger sein könnte. Doch dank derber Effekte, eines hohen Tempos und der vorhandenen Gags echt flotte Unterhaltung für Freunde des Genres.


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