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Slither - Voll auf den Schleim gegangen (2006)

Eine Kritik von GhostShit (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 27.06.2006, seitdem 841 Mal gelesen


Juhu!!! Es hat zwar ein bisschen länger gedauert als geplant, aber nun hat er doch endlich seinen Weg in die deutschen Kinos gefunden. Hier ist er, hier ist SLITHER!!! …was auf Deutsch ungefähr soviel bedeutet wie „arschgeiler Streifen, für den man liebend gern 'nen Arm opfert, um ihn zu sehn“.
Die Story:
In einem verschlafenen, kleinen Kaff geht ein Meteorit mit einer verhängnisvollen Fracht – außerirdischen, Nacktschnecken ähnlichen Killerparasiten :-D – nieder. Der erste am Ort des Geschehens wird prompt von den Weltraumwürmern in Besitz genommen, welcher in Folge dessen fortan völlig manipuliert und ferngesteuert in der Gegend rum steuert. Sein einziges Ziel… oder besser gesagt, das einzige Ziel seiner Besatzer: Fortpflanzung! Das und zu einem schwabbeligen Schleimmonstrum mutieren, das Unmengen an rohem Fleisch vertilgt. Jammi…
Eine Leihmutter ist so schnell gefunden, wie zwangsbefruchtet, und nachdem sich diese ihrer schleimigen Fracht entledigt hat, bricht eine Invasion an glitschigen Kriechtieren über das Kleinstadtnest herein…

SLITHER ist k e i n Kopfhorror, er setzt n i c h t auf Mark und Bein erschütternde Schockeffekte, kann k e i n e mordsmäßig intelligent ausgetüftelte Story vorweisen und reißt gen Ende das Ruder auch n i c h t mit einem Handlungsschlenkerer herum, den man nicht einmal im Traum hätte erahnen können.
Nein, er kann nicht einmal die üblichen H&M-Models als Darsteller sein Eigen nennen (bis auf ein paar weibliche Ausnahmen versteht sich…;-) und ihm entsteigt auch kein „Phönix aus der Asche“-Superheld, welcher die Filmmonster beinahe im Alleingang alle macht.
Und das ist auch absolut gut so!
SLITHER ist schlichter, seichter, benutzerfreundlicher und nicht besonders ernst gemeinter Popcorn-Horror, der sich und sein Genre am liebsten selbst auf die Schippe nimmt.
Kein überhypter Hit, kein zähflüssiger Kitsch und – und das muss besonders gelobt werden – auch gänzlich frei von Hollywood’esken Normen und Bräuchen.

Wahnsinn! Dass heutzutage, in einer Zeit, in der jeder Serienkiller Abi hat, 'nen Benz fährt und Clearasil benutzt, solch ein Film überhaupt noch das Licht der Welt erblicken darf und nicht im Vorfeld abgetrieben wird... - echt geil!
Doch SLITHER ist nicht nur ein erfrischend Bauch betonter Streifen, es handelt sich hierbei auch zweifelsfrei um einen Film von Fans für Fans. Der Name von Regisseur James Gunn fiel bislang meist nur im Zusammenhang mit dem Splatter-Trash-Label „Troma“, wo jener dem guten Lloyd Kaufman bis vor kurzem noch Kaffee eingießen durfte.
Dass SLITHER fast mehr als Hommage an den tumben, FX-betonten Horrorfilm der 80er/90er Jahre gesehen werden muss, verraten aber nicht nur die versteckten Hints, die gewiss nur eingefleischten Splatterheads auffallen dürften (im Hintergrund läuft z.B. mal „Toxic Avenger“ im TV),
nein, der Streifen ist auch durchsät von Ähnlichkeiten, Anlehnungen, ja gar Szenen, die man nahezu 1:1 aus vergessenen Horrorfilm-Größen kennt.
Ein paar Beispiele? Bitteschön:
Das mit dem Himmelskörper, der auf die Erde prallt und außerirdisches Leben an Bord hat – das ist aus „The Blob“, klar. Düften einige unter euch hoffentlich noch kennen.
Das mit den Nacktschnecken oder Blutegel ähnlichen Schleimviechern, die in den Mund schlüpfen, im Gehirn nisten und ihren Wirt dann wie einen Zombie herumtorkeln lassen – das ist einfach 1:1 aus „Die Nacht der Creeps“ übernommen, den wahrscheinlich schon nicht mehr so viele von euch kennen werden.
Parallelen zum Schnecken-Horror „Slugs“, zum Leberegel-Schrott „Larva“ und zu Cronenbergs „Shivers“ brauch ich jetzt gar nicht näher ausführend, da die eh keiner, der ein Review eines im Cinemurxx laufenden Streifens liest, kennen dürfte, würde jetzt aber auch zu weit führen.
Was ich im Grunde genommen zu äußern versuche, ist, dass SLITHER zwar viele bekannte Horrorelemente aufnimmt bzw. übernimmt, dies allerdings nicht wie ein billiger Klau rüberkommt, sondern allen Genrefans und –kennern ein breites Grinsen in die Blut verschmierte Visage zaubern dürfte, zumal
1.) alle aufgegriffenen, „geklauten“ Ideen hier wirklich vorzüglich recycelt worden sind
und 2.) die FX dank „Wiedererkennungswert“ einfach doppelt Spaß machen.

Ups, da is’ es gefallen, das Schlagwort. Wie is' es denn hier eigentlich mit den Effekten bestellt, hä?
Kurzum: Die FX sind der Hammer! Is’ zwar absolut klar, dass die am Boden entlang gleitenden Schleimbatzen aus der Wunderkiste stammen, aber ohne Scheiß, man merkt es einfach nicht.
Gore-mäßig tut sich auch so einiges, für eine FSK 16 sogar außerordentlich viel - Höhepunkt: ein Kerl wird senkrecht zweigeteilt, wobei die Innereien auf den Boden platschen (wie bei „Ichi“, nur viel besser) – das Hauptaugenmerk des Streifens liegt allerdings auf den monströs vielen Schleim-, Flubber- und „Bäh“-Kostümen bzw. –Effekten. Hier ganz klarer Spitzenreiter: Der Anführer und Oberschleimbeutel, der vom Wasserkopf-Zombie zur menschlichen Nacktschnecke und schließlich sogar zum Zimmer großen Jubba the Hutt mutiert. Phase 2 erinnert verdammt stark an den Doktor aus Stuart Gordons „Aliens des Grauens“, aber wem erzähl ich das…

„Das sind nicht meine Eltern! Die haben diese Würmer im Gehirn!!!“

Fazit:
Hammermäßige Hommage an den Hirntod-Horror der alten Schule und fast schon das heimliche Remake zu „Die Nacht der Creeps“.
Hat den Hauch, den Mundgeruch einer Persiflage und ist gewiss die geilste Horrorkomödie seit „Shaun of the Dead“.
Ganz weit weg von todernsten, knochentrockenen Mainstream-Gruslern wie „Scream“ und „The Hills have Eyes“. Hier flutschen einem fast bei jeder Szene ein Grinsen aus der Fressluke und der Daumen nach oben. Da geht der Hut hoch und rappelt's im Karton.
SLITHER, ich hab’ dich lieb…


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