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München (2005)

Eine Kritik von The Q. (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 07.02.2006, seitdem 290 Mal gelesen


Schön und gut, Mr. Spielberg versteht es, sein Publikum erzählerisch und technisch in den Bann zu ziehen. Und dies gelingt ihm auch über eine Filmlänge von mehr 2 1/2 Stunden. "München" jedoch in seiner Bedeutung mit "Schindlers Liste" zu vergleichen, wie es in den Medien und einzelnen Reviews der Fall ist, halte ich für ziemlich gewagt. Klar, "München" ist ein politischer Film, der den Zuschauer schockiert und alamiert. Allerdings tut er dies vor allem durch die unglaubliche Härte und Brutalität. Spielberg zeigt blutige Bilder wie in keinem anderen Film zuvor (außer "Der Soldat James Ryan") und übertreibt meiner Meinung nach dabei ein wenig. Nun, man könnte argumentieren, dass diese expliziten Gewaltdarstellungen notwendig sind, um den Realismus zu wahren, aber ich denke, ein wenig mehr Zurückhaltung hätte es hier auch getan. Zudem ist zu sagen, dass die ganze politische Bedeutung des Films lediglich Zuschauern zuteil wird, die sich mit den Hintergründen des Attentats, der Geschichte Israels und dem Nahostkonflikt auskennen. Zuschauer dagegen, die von diesem Film politisch lernen wollen, sind meiner Meinung nach überfordert. Wurde einem die Tragweite und Grausamkeit des Holocaust in "Schindlers Liste" auch gewahr, wenn man sich nur wenig mit den historischen Hintergründen und Ereignissen auskannte, so bleibt man hier ohne entsprechende Kenntnisse recht ratlos zurück. Als pädagogisch wertvoll kann ich "München" daher nicht bezeichnen, zumal sich die Story auch recht einseitig auf die in drastischen Bildern erzählte Rache-Story fokussiert und die politischen Hintergründe und Begleiterscheinungen größtenteils außen vor lässt. Ein interessanter Film ist "München" allemal. Die Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie und der Film ist technisch absolut perfekt, aufgrund der Gewaltdarstellungen für mich jedoch zu effekthascherisch und hart an der Grenze zur 18er-Freigabe. Eine größere politische Bedeutsamkeit würd ich dem Film nicht zusprechen, auch wenn die Grundbotschaft, dass "Gewalt nur Gegengewalt erzeugt" natürlich unmissverständlich deutlich wird.


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