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München (2005)

Eine Kritik von Romayno (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 13.02.2006, seitdem 490 Mal gelesen


Inhalt:
Am 5. September 1972 dringen palästinensische Guerillas der Gruppe "Schwarzer September" in München in das Olympiagelände ein und kidnappen auf brutale Art und Weise die israelische Olympia - Mannschaft.
Das am Schluss niemand mehr von den Geiseln lebt, ist kein Geheimnis.
Es wird eine isrealische Truppe zusammengestellt, welche die grausame Tat an den mutmaßlich Verantwortlichen rächen soll...

Wir wissen was dabei herauskommt, wenn Steven Spielberg einen Film macht, der sich um ein schlimmes Ereignis der jüdischen Bevölkerung dreht... denn wie in Schindler Liste sieht man hier Bilder voller Gewalt, Verzweiflung, Angst und Fragen nach dem "Warum?"!

In den ersten Minuten sieht man, wie die Terrorgruppe in das Olympia - Gelände eindringt und es schliesslich in die Räume der israelischen Sportler schafft...
Während des Films gibt es immer wieder Rückblicke, die den weiteren Verlauf der Geiselnahme zeigen, wie etwas der anfängliche Widerstand der Geiseln, welche in einem Blutband endet!
Es werden wirklich grausame Bilder gezeigt, aber dazu schreibe ich am Schluss noch mehr!
Nicht minder brutal ist die Antwort der Gruppe, die "Eric Bana" anführt... und nicht nur diese Gruppe sondern auch der Zuschauer fragt sich, ob wirklich richtig gehandelt wurde!?
Die Gruppe besteht nicht aus professionellen Geheimagenten oder Killern, sondern aus unbefleckten Künstlern, die irgendein für die Aufträge benötigtes Genre teilweise oder fast garnicht beherrschen!
Es kommen immer wieder Fragen auf, wie z.B. "Erzeugt Gewalt nicht nur Gegengewalt?", "Schaffen wir durch einen ermordeten Verantwortlichen der Geiselnahme nicht nur fünf Nachfolger?" oder "Töten wir hier wirklich die Verantwortlichen, oder beruht das alls nur auf Mutmaßungen?" ...
Denn Die Rachegruppe bekommt nur Namen geliefert, die sie inoffiziell im Auftrag der israelischen Staatschefin Golda Meir beziehen. Alles andere liegt bei der Gruppe, wie die Beschaffung über die Information des Aufenthaltsort oder die benötigten Waffen!

Und genau hier wird es noch unprofessioneller... es werden Millionen DM ausgegeben, was zu damaliger Zeit ja noch mehr war als heute, aber trotzdem beschafft die Truppe nur alte Granaten aus irgendeinem Weltkrieg, welche dann nichtmal funktionieren, oder bauen Bomben die zu wenig oder zuviel Sprengkraft ausweisen!

Dies alles ist verpackt in ein Rund-um-Paket perfektionierter Filmkunst. Herr Spielberg schafft es wieder, eine Kameraführung vorzuzeigen, die seinesgleichen sucht! Oft eingesetzt ist das von vielen Regisseuren verschmähte "von unten"- Filmen, dass er hier perfekt einsetzt um dem Zuschauer zu vermitteln, wie die Truppe von Racheagenten von außen geleitet wird und nicht mehr nachdenkt, wenn diese Ihre Morde tätigen...

Der Film ist sehr spannend und ist, wie man es von einem Spielberg Film erwartet der auf Tatsachen beruht, sehr realistisch und authentisch, besonders in Ausstattung!
Besonders schön ist das aus jedem Land gute Schauspieler ausgewählt wurden, wie aus Deutschland Moritz Bleibtreu und Corinna Harfouch (in zwei sehr lustigen Rollen)!

München erfüllte in ganzem Maße meine Erwartungen, in der Filmkunst sowieso, doch auch darin das kein wirklich Schuldiger gesucht und gefunden wird, die Gruppe von Rächern wird auch nicht als Helden dargestellt, sondern eher als das Gegenteil.

Eine einzige negative Kritik bleibt aber, doch dafür gibt es keinen Punktabzug, denn diese Kritik gilt der FSK!
Der Film ist ab 16 freigegeben, und das ist etwas was ich überhaupt nicht verstehen kann:
Der Zuschauer bekommt Bilder von sehr drastischen Gewaltdarstellung zu sehen... dies wäre in einem Actionfilm meiner Meinung nach schon ab 18 zu handhaben, doch hier dreht sich das alles auch noch um einen sehr realistischen Hintergrund!
Diese Tatsache verschärft das Geschehen auch noch, und dann sieht man, wie einer Geisel quer durch den Mund geschossen wird und an der einen Seite ein bluttriefendes Loch übrigbleibt, oder Fetzen eines Körpers übrigbleiben nach einem Bombenanschlag der Rächenden, oder mit ätzenden Kugeln auf eine nackte Frau geschossen wird, woraufhin Stücke aus der Lunge den Körper runterlaufen und diese Frau daran verendet... von der Massentötung der Geiseln zum Schluss im Helikopter oder den vielen blutigen Schusswechseln ganz zu schweigen...
Man lernt einige Opfer der Anschläge auch noch ein wenig kennen, nicht unbedingt im Schlechten, sondern es hat den Anschein das diese Personen nichts anderes machen als die Truppe der Hauptprotagonisten!
Also eine Freigabe ab 16 ist von vorne bis hinten eine absolute Frechheit, und obwohl ich erst 21 bin, hätte ich sowas brutales, realistisches mit 16 noch nicht sehen wollen! Es wird um so viele harmlosere Sachen in Filmen Teather gemacht, weshalb es mir völlig unverständlich ist das ein solcher Film ab 16 freigegeben wird!

FAZIT
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Ein rundum perfekter Film um ein realistisches, grausames Ereignis, was meiner Meinung nach nicht brutaler hätte dargestellt werden können! Ob das eine gute Eigenschaft ist muss jeder selber entscheiden, ich finde es dennoch gut das man jetzt wohl genau weiß wie sich die Geiseln gefühlt haben müssen!
Der Film behandelt eigentlisch alles was mit dem Anschlag zu tun hatte, wie auch alle wichtigen Fragen, ohne darauf unnötige Antworten zu geben! Es gibt viele wichtige Momente, voller Aussagekraft und Bildgewalt, ohne viele Worte!
Steven Spielbergs Filmkunst muss man eigentlich garnicht mehr erwähnen, diese ist wie immer gekonnt als Meisterwerk präsentiert! Mitunter liefern alle Darsteller eine Glanzleitung ab, von Hollywood (Eric Bana, Geoffrey Rush...) bis Deutschland (Moritz Bleibtreu, Corinna Harfouch)!


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