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München (2005)

Eine Kritik von Coolidge (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 01.03.2006, seitdem 237 Mal gelesen


Zu befürchten war das Schlimmste. Die Nachricht, daß ausgerechnet Spielberg einen München Attentat related Film machen würde lies mich erstmal erschaudern. Ich gestehe, ich hatte bisher immer dann ein Problem mit Spielberg, wenn er versuchte allzu ernsthaft zu sein. Ich mag meinen Spielberg mehr so als Märchenonkel, ihr müsst verstehen. Egal ob Schindlers Liste, Amistad, Die Farbe Lila, alles nichts für mich.

Für viele waren die Attentate von München der Beginn des modernen Terrorismus. Wie ein Schlag ins Gesicht muß jeder einzelne Israeli damals die Morde empfunden haben, daß ausgerechnet in Deutschland wieder Juden auf brutalste Art und Weise hingerichtet wurden. Der Film erzählt nun die Geschichte von Avner (Eric Bana) der, mit einem ihm zur Seite gestellten Team, den Auftrag bekommt die Verantwortlichen für das Attentat zu finden und auszuschalten. Die Gruppe wird begleitet, bei ihren ersten noch etwas ungeschickten Versuchen, bis sie schließlich immer mehr Routine erlangen und die daraus resultierende Paranoia bekommen. Die Angst selbst Opfer eines Anschlags zu werden. Das während des letzten Dialogs zwischen Avner und seinem Vorgesetzten im Hintergrund die beiden Türme des World Trade Centers zu sehen sind (der Film spielt 72), ist natürlich auch kein Zufall (zumal sie ja in der Nachbearbeitung eingefügt werden mussten).

Ich muß gestehen, dies ist der erste Spielberg ohne Aliens, Monsterhaie oder biblische Artefakte der mir wirklich gut gefällt. Er macht nicht den Fehler hier Partei zu ergreifen oder seine sonst üblichen Family Values Werte dem Zuschauer allzu aufdringlich aufzudrücken. Auch das 70er Jahre Setting ist sehr gut gelungen. Einzig und allein die letzte Sexszene, in der der Ausgang des Attentats von München in Form von Flashbacks eingefügt wurde, war mir etwas zu bedeutungsschwanger. Ihren kleinen Gastauftritt im Film haben übrigens auch Meret Becker und Moritz Bleibtreu als deutsche Revolutionäre.

Spielberg ist und bleibt einer der interessantesten Filmemacher Hollywoods, auf dessen nächstes Werk man immer gespannt ist. Mal sehen was noch so kommt.

07/10


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