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München (2005)
Eine Kritik von Warpman (Bewertung des Films: 8/10) eingetragen am 04.09.2006, seitdem 347 Mal gelesen
Ein guter, sauber inszenierter und interessanter Film. Ganz nach dem Motto: die besten Storys bietet immer noch das wahre Leben. Umgesetzt von einem absoluten Könner, der hier den Grad der realistischen Darstellung ausreizt bis zum Geht-nicht-mehr. Ähnlich viel Mut bei der visuellen Gewaltdarstellung wie in Saving Private Ryan.
Die Story ist bekannt, wieviel davon wahr ist, bzw. wieviel dichterischer Beitrag, da bestimmt nicht alles geheimdienstlich freigegeben wurde, bleibt unbekannt - deswegen ja auch nur "inspired by true..."
Das ist aber auch egal, denn was für mich den Film so einzigartig und gut macht, sind die vielen kleinen doch sehr subtilen Dialoge zwischen der eigentlichen Attentatshandlung. Hier wird offen Stellung zum bis heute andauernden Konflikt zwischen Juden (Israel, USA, westliche Welt) und Palästinensern (Moslems, arabische Welt) genommen. Und das geschieht ganz ohne Wertung. Denn entgegen meiner Erwartungen, verkommt München nicht zu einen pro-westlichem und pro-jüdischem Propagandawerk, sondern beleuchtet beide Seiten des Konflikts und gibt subtil die Gründe für das Vorgehen beider Seiten an. Kernaussage des Films scheint zu sein: Ein Volk braucht ein Land, ein Zu Hause. Sei es nun das Volk der Juden oder das der Pälestinenser. Diese Botschaft kommt an vielen Stellen des Films oft metaphorisch innerhalb von Gesprächen zum Vorschein. Wirklich gute Inszenierung!
Herausragend ist meiner Meinung nach besonders das Aufeinandertreffen der jüdischen Attentäter mit den PLO-Leuten. In diesem Zusammenhang vielleicht etwas naiv kindlich, jedoch ebenso wünschenswert die Einigung der beiden Hitzköpfe beider Seiten auf ein gemeinsames Radioprogramm - eine tolle Botschaft.
Fazit: Kein Überfilm, kein Film wie ein Dampfhammer. Dafür aber eine gute Geschichtsstunde die nachdenklich stimmt und mit dem Schlussbild der Twin Towers jedem Zuschauer klar macht, dass dieser Konflikt immer noch und mit aller Härte andauert und das Leben fast eines jeden auf diesem Planeten mitbestimmt - und sei es nur durch hohe Spritpreise.
Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit.
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