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München (2005)

Eine Kritik von deadlyfriend (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 03.10.2006, seitdem 490 Mal gelesen


Oh je, damit habe ich mich echt schwer getan. Historisch ist der Film geradezu unbrauchbar weil das Attentat von München eine sekundäre Rolle spielt. Denn über das im Titel suggerierte Haupthema wird nicht viel Zeit und Worte verloren, sondern eher über den darauf folgenden Rachefeldzug. Somit wurde die politische Sicht weitestgehend aus dem Film genommen.  Wer sich auch nur wenig mit der Thematik befaßt hat, merkt nämlich schnell das der Film wirklich nur am Rande auf Fakten basiert. Wer natürlich gar nicht wußte das es 1972 ein Attentat gab wird auf die "Realoptik" und die Regiearbeit gnadenlos hereinfallen.  Die französische, allwissende Familie ist aber dermaßen hanebüchen, das man spätestens ab diesem Handlungsstrang jegliches Interesse am wirklich stattgefundenen Zeitgeschehen beiseite legen sollte, und sich nur noch mit dem beschäftigen möge was übrig bleibt. Was aber bleibt übrig?

Ein solider Agenten/Terroristenthriller der völlig ohne Spannung inszeniert wurde. Das Schema der äußerst dilletantisch agierenden Terror/Anti-Terror Einheit wird bis zum Erbrechen wiederholt und keiner Seite kann man etwas abgewinnen. Das widerum hat Spielberg richtig gemacht, nur dann hätte er auf Tatsachen zurückgreifen sollen anstatt auf Hirngespinste zu setzen. Das was 1972 wirklich passierte und alles was darauf erfolgte, hätte doch genügend Material abgeworfen um einen realitätsnahen, spannenden und schockierenden Thriller ohne Sieger auf die Leinwand zu bringen. So bleibt das ganze erschreckend schwach und berührt einen in keiner Weise, da sich die Ereignisse eben so nicht abspielten.

Handwerklich bekommt der Film selbstverständlich ein paar verdiente Punkte. Die Drehorte, wie auch die Kullissen sind sehr gut gewählt. Die 70er Jahre sind einwandfrei wiedergegeben worden. Immerhin hat man sich hier um Realität bemüht. Die Darstellerriege spielt einwandfrei und Moritz Bleibtreu darf sich jetzt rühmen in einem Spielberg Film mitgespielt zu haben. Wenn das Angesichts dieses Filmes wirklich eine Ruhmestat war.

Das Bild war mir an einigen Stellen zu grieselig und auch der Kontrast ist der 70er Jahre Optik einige Male zum Opfer gefallen. Der Ton war sehr gut. Bei Explosionen bekam der Sub richtig Arbeit und auch die Rears wurden ab und an mal beansprucht.


Fazit: Ein völlig am Thema vorbei inszeniertes Fiktionskino das stilistisch zu sehr auf Realität getrimmt war ohne diese zu enthalten.


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