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Scanner Darkly - Der dunkle Schirm, A (2006)

Eine Kritik von alpha&omega (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 09.05.2007, seitdem 1582 Mal gelesen


A SCANNER DARKLY

Der Bildschirm ist bei diesem Film alles andere als dunkel!
Hier wird surreal inszeniert und das ohne Kompromiss in Hinsicht auf die mainstream Hollywoodkost.

DAS IST GUT SO!

Ein unverblümt pessimistischer Plot über einen (zukünftig) totalitären amerikanischen Staat, der dem Drogenkonsum den Krieg mittels despotischer Überwachung erklärt.
Im Zentrum steht Bob Arctor (K. Reeves) der nicht nur wie ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung der Droge „Substanz T“ verfallen ist, sondern auch im Drogendezernat von Orange County arbeitet. Dort fungiert er als verdeckter Ermittler namens Fred. Damit seine wahre Identität nicht zum Vorschein kommt trägt er im Dienst einen Tarnanzug.
Freds Vorgesetzter Hank weist ihm eines Tages die Beschattung eines potenziellen „Drogenterroristen“ zu und damit beginnt der Wahnsinn: Bob Arctor soll von ihm überwacht werden.

Über Dicks Romanvorlage kann ich nichts sagen, aber das stört zumindest mich nicht, denn, um es im Vorfeld zu sagen, A SCANNER DARKLY ist ein genialer Film. Obwohl ich mich nicht ganz mit einem Vergleich zu „Blade Runner“ hinreißen lassen möchte, möchte ich COPFKILLER recht geben, dass es sich um einen sehr gelungenen Film handelt.

Die wesentlichsten Komponenten, welche A SCANNER DARKLY absolut sehenswert machen, ist der interessante Plot, die Schauspielleistungen und selbstverständlich die surrealistisch- LSD-Trip anmutende Verfilmung!


Hier ist kein „Fear and Loathing“ am Start...
Drogen wirken zwar als zentrales inhaltliches Moment, doch ist deren Bedeutung im übertragenen Sinne zu reflektieren. Nicht nur die individuelle Seite der Sucht, sondern auch ihr Wirken auf die Gesellschaft wird unter die Lupe genommen.
Besonderes Augenmerk ist auf die amerikanische Innenpolitik gerichtet worden und selbst 25 Jahre nach dem Tod des Autors, der die Romanvorlage zu A SCANNER DARKLY erschuf, scheint die Problematik kaschierter und rücksichtsloser Diktatur immer präsenter in den industrialisierten Gesellschaften zu werden.
Dennoch kommen kafkaeske Momente gerade Recht, um die Situation, ja die naheliegende Metamorphose, der Einzelsubjekte in dieser kranken Sozietät, zu demaskieren.


Die Schauspieler, allen voran Keanu Reeves, können wahrlich überzeugen. Doch vermag es auch der Nachbearbeitung des Filmmaterials zu verdanken sein, dass die Ausdrucksstärke der Protagonisten perfektionistisch daherkommt.


Die surreale Gestaltung des Filmmaterials ist wohl der Höhepunkt von ASD! So dunkel wie der Filmtitel uns es zu suggerieren vermag, ist der Streifen nicht. Im Gegenteil! Zuckende Muster und Konturen, welche mit bunten Farben ein halluzinatorisches Feuerwerk entzünden, was sich filmgeschichtlich gewaschen hat. So dunkel wie sich das innere der Protagonisten nach und nach in ASD enttarnt, so schrill und bunt bleibt die Optik. Eine gewollte Inkohärenz, die dem Film nicht nur Charme, sondern auch Anspruch und künstlerischen Wert verleiht!

Vielmehr möchte ich gar nicht zu A SCANNER DARKLY loswerden. Anschauen und sich selbst ein Bild machen! ES LOHNT SICH!!!

Fürwahr einer der Besten Filme die ich kenne!

10 Punkte


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