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Cold Harvest - Der Countdown läuft (1998)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 24.03.2004, seitdem 643 Mal gelesen


„Cold Harvest“ schickt Gary Daniels auf einen routinierten und unterhaltsamen B-Actionauftrag – auch wenn der Mann schon besseres fabriziert hat.
In der Zukunft ist die Erde nach einem Kometeneinschlag verwüstet und die Ordnung ist zum großen Teil zusammengebrochen. Die Gesetzeshüter müssen sich mit Horden plündernder Gesetzloser rumschlagen, wobei ihnen gelegentlich Kopfgeldjäger wie Roland Chaney (Gary Daniels) unter die Arme greifen. So kann man Roland schon zu Beginn einen Verdächtigen verhaften sehen und mit etwas gewalttätigem Nachdruck seinen Lohn beim zahlungsunwilligen Sheriff kassieren. Dies bietet nur recht wenig Action, aber schafft immerhin schon etwas Atmosphäre.
Zudem lastet eine weitere schwere Bürde auf der Menschheit: Eine tödliche Seuche, die große Teile der Bevölkerung befällt. Es gibt ein paar immune Leute, darunter Rolands Zwillingsbruder Oliver (selbstverständlich auch Gary Daniels), der zusammen mit seiner Frau Christine (Barbara Crampton) und den anderen in Sicherheit gebracht werden soll. Doch der Bandit Little Ray (Bryan Genesse) und seine Truppe überfallen den Transport und ermorden alle bis auf Christine. Damit kann der Film dann seine erste aufwendigere Actionsequenz präsentieren, die in dem üblichen, recht übertriebenen Florentine-Stil gehalten ist.

Christine entkommt und trifft auch bald mit Roland zusammen, der an sich zurückgekommen war, um sich mit Oliver auszusöhnen. Roland begräbt seinen Bruder und sinnt auf Rache, doch er muss gar nicht nach den Banditen suchen. Diese haben herausgefunden, dass Christine schwanger ist und ihr Kind der einzige immune Mensch ist, weshalb sie nach ihr fahnden...
„Cold Harvest“ ist ein recht guter „Mad Max“-Verschnitt im B-Actiongenre, kann es aber mit dem ähnlich gelagerten „Steel Frontier“ aber nicht aufnehmen. Die Atmosphäre birgt zwar ganz nettes Western-Ambiente, aber man merkt im Vergleich zu ähnlichen Filmen das geringe Budget dann doch teilweise anhand der dauernden Nachtszenen und der Kulissen. Florentines Inszenierung kann jedoch einiges aus dem Budget herausholen, auch wenn der Film dadurch teilweise arg an Comics erinnert, was ihm jedoch gleichzeitig eine etwas andere und individuelle Note gibt.
Ansonsten ist die Story eher 08/15 und selbst im B-Actiongenre schon oft benutzt worden. Zwar kommt keine große Spannung auf, aber der Plot wird recht flott durchgezogen und besitzt keine allzu großen Längen. Nur an ein oder zwei Stellen sind die Pausen zwischen den Actionszenen etwas zu groß, auch wenn Florentine den interessanten Ansatz versucht, seinen Figuren Gefühle zu verleihen. Dabei mag die Sinnkrise Rolands sogar noch etwas wie Tiefgang entwickeln, doch Little Ray und Christine bleiben in dieser Hinsicht zu profillos, dass Gefühlsgänge wie alte Rivalitäten (Little Ray) oder frühere Streitigkeiten mit Roland (Christine) eher aufgesetzt wirken.

Das wichtigste ist jedoch die Action und die ist an sich in ausreichendem Maße vorhanden, auch wenn durchaus noch mehr möglich gewesen wäre. Es gibt Verfolgungsjagden, Prügeleien und kurze, Western-artige Shoot-Outs mit ein paar recht blutigen Einschüssen. Die Action ist von Florentine in einem sehr überzogenen Stil inszeniert, der an Comics oder das Easternkino erinnert. Dies ist teilweise etwas gewöhnungsbedürftig (da fliegen die Leute stellenweise wie Gummibälle durch die Gegend), aber eine willkommene Abwechslung (auch wenn ich den realistischen B-Actionstil á la Kurt Anderson oder Steve Cohen bevorzuge). Vor allem die Martial Arts Einlagen sind sehr spektakulär geraten, was vor allem an den Fähigkeiten Gary Daniels’ liegt. Nur ein oder zwei der Pausen zwischen den Actionszenen waren mir etwas zu lang geraten.
Gary Daniels macht hier wie so oft einen soliden Job und kann zudem die Versuche von Tiefgang bei seiner Figur noch am besten rüberbringen. Bryan Genesse ist nur Durchschnitt, Hauptdarstellerin Barbara Crampton recht schwach. Die Nebendarsteller machen ihre Sache aber ganz OK.

Unterhaltsamer Endzeit-Actioner mit guten Fights, der sich aber teilweise etwas zuviel Zeit zwischen den Actionszenen lässt und sein geringes Budget nicht immer verschleiern kann. Von mir gibt es 6,5 Sterne.


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