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Memento (2000)

Eine Kritik von 3hundert (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 25.08.2005, seitdem 1011 Mal gelesen


Wieso gibt man einem Mann ein 160 Millionen Dollar Budget für "Batman Begins", der erst 2 Hollywood Filme hervorgebracht hat, die beide eher als Independent Projekt zu sehen sind? Ganz klar, Christopher Nolan ist die Hoffnung im Filmgeschäft, von kaum einem Newcomer erhofft man sich mehr, als von ihm. Memento war seine Eintrittskarte zu den richtig großem Projekten.

Schon in der Anfangsszene wird dem Zuschauer per Schütteln eines Pollaroidphotos klar gemacht, dass auf einen herkömmlichen Ablauf wenig wert gelegt wird. Der Clou, Memento wird rückwärts Erzählt und das Stück für Stück... na ja nicht ganz. Während Leonards (Guy Pearce) Geschichte - der an Gedächtnisverlust leidet und sich nichts merken kann, dass mehrere Minuten lang her ist - Rückwärts abläuft, wird das Schicksal seines ehemaligen Patienten Sammy Jankis, Vorwärts und in Schwarz/Weiß geschildert. Eine geniale Idee. Trotz der unterschiedlichen Abläufe werden beim Erzählen Stück für Stück Informationen Preis gegeben und nichts Verraten, was dem Spannungsbogen schaden könnte.

Leonard war vor dem Einbruch, bei dem seine Frau getötet wurde und er sein Gedächtnis verloren hatte für eine Versicherung tätig. Seine Klienten leideten genau an der Krankheit, die er jetzt mit sich rumschleppt. Den einzigen Sinn in seinem Leben sieht er nun darin, den Mörder seiner Frau zu finden. Dabei kann er sich nie sicher sein, wer sein Freund ist und wer es nur vorgibt. Das einzige was er nach dem Unfall weiß, sind die Dinge die er sich notiert. Dafür nutzt er Photos, auf denen er sich Namen und Eindruck der Personen, Gegenstände und Orte notiert. Seinen Körper nutzt er mittels Tätowierungen als Denkstütze, die zur Ergreifung John G., den angeblichen Mörder seiner Frau führen sollen. Wegen seines Zustandes ist Leonard ein leichtes Ziel für Leute, die seine Krankheit ausnutzen. Zum Beispiel Natalie, gespielt von Carrie-Anne Moss (Matrix), die in Drogendeals verwickelt ist und ihn dazu benutzt, einen Mord zu begehen. Dabei nutzt sie Leonards Gedächtnisschwäche für ihre Zwecke systematisch aus.

Jonathan Nolan (Drehbuch) gewährt uns einen tiefen und Glaubhaften Einblick in Leonards Zustand und setzt sich ganz nebenbei mit der Thematik des systematischen Selbstbetrugs Auseinander. Ohne Gedächtnis ist kein richtiges Leben möglich. Zwar hat Leonard wegen seines ehemaligen Jobs einen kleinen Vorteil, doch seine Zettel reichen nicht aus um sich vor Nutznießern und Parasiten zu schützen oder einen Mörder zu finden. Bei der Suche nach der Wahrheit ist er selbst sein größter Feind.

Ein Film, der einen völlig neuen Weg der Erzählung einschlägt und doch kein Tarantino Abklatsch ist. Eine Methode, die in Zukunft sicher noch den einen oder anderen Nachahmer finden wird. Trotz der außergewöhnlichen Erzählerweise, die dem Zuschauer gerade beim ersten angucken seine volle Konzentration abverlangt, verliert der Film nie an Spannung. Entgegen der Erwartungen ist es sogar Interessanter zu wissen, was zu Beginn passiert ist.

Zwar war Memento kein Kassenerfolg, aber ein wichtiger Schritt für das Medium Film. Ein neuer Weg der Erzählung, Psychologisch Wertvoll und Spannend bis zum Schluss. Pflichtprogramm für jeden Filmgourmet.


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