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Memento (2000)
Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 04.06.2007, seitdem 523 Mal gelesen
Memento ist einer der grandiosesten kleinen Filme der letzten Jahre, er ist dreckig, er ist gemein, er hat fabelhaft aufspielende Akteure, eine überragende und vor allem innovative Story und einen Regisseur, der zeigt, warum er schon in seinem so jungen Alter als Wunderkind angesehen wird.
Eigentlich ist das ein Film, der die volle Punktzahl verdient.
Wieso es letztendlich doch daran scheitert, wird nun im folgenden erörtert.
Immer wieder gelingt es dem Film, den Zuschauer auf die falsche Fährte zu locken, jedesmal wenn der Zuschauer meint, er hätte nun doch etwas Durchblick, entreißt ihm der Film den Boden unter den Füßen.
Selten gab es so viele Wendungen und Verschiebungen der Loyalitäten seitens des Zuschauers wie in diesem Film.
Immer wieder wird die Geschichte durch zwei Nebenstränge auf eine feine passende Art und Weise in ihrem Tempo gedrosselt und gleichzeitig vorangetrieben, da der Film ja eiegntlich mehrere kleine Episödchen ist.
Und das Ende ist von seltener Überragendheit in seiner Gemeinheit, aber gleichzeitig auch völlig nachzuvollziehen, wenn auch moralisch nicht rechtfertigbar?
Was also macht den Film dann doch schlechter als das Maß aller Dinge?
Er ist schlicht und einfach nur ein Nischen-Film, er ist verhaftet in seinem Thriller-Element, er ist zwar genial in seiner Struktur, aber nichtsdestotrotz gelingt es ihm nicht, bzw. nur bedingt, über den Tellerrand hinaus andere Zielgruppen anzusprechen.
Auch wenn der Vergleich jetzt hinkt, wenn man z.B. den Paten nimmt, auch der ist prinzipiell nur ein Gangsterdrama, aber er er ist dermaßen komplex und vielschichtig aufgebaut, dass man es als Familiendrama, Gesellschaftsdrama etc. ansehen kann. Dadurch spricht er weitaus mehr Zielgruppen an, wird ungleich größer als wäre er nur ein kleiner feiner Film.
Hinzu kommt natürlich, dass er auch erfolgreich sein muß.
Und er muß auch von seiner Optik her entweder massentauglich sein oder selber eine neue Optik für das Genre neu definieren.
Dem Paten gelingt dies mühelos. Auch wenn ich den Film nicht sonderlich mag.
Memento hingegen mag ich ungleich mehr, aber genau in diesen Bereichen scheitert er: Flashbacks und Flashbacks in Flashbacks sind nichts neues, die farbige und nichtfarbige Untermalung einzelner Sequenzen auch nicht.
Auch ist der Film nicht großartig massentauglich, da er schon sehr erfolgreich ist - das ohne Frage - und auch die breite Masse ansprechen wird, aber wenn man den Aha-Effekt hinter sich hat, muß man den Film nicht unbedingt noch einmal gesehen haben, so dass er ein überaus interessanter kleiner, feiner, gemeiner, genialer Film ist, der durchaus aus jeder Menge herausragt, aber letztendlich wegen seiner fehlenden Größe, dafür aber auch vorhandenen Kälte am absoluten Spitzenfilm vorbeischrammt.
9 Punkte
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