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Memento (2000)

Eine Kritik von Chatterbeast (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 15.06.2003, seitdem 489 Mal gelesen


Leonard hat sein Kurzzeitgedächtnis verloren. Das letzte, an was er sich erinnern kann, ist der Tod seiner Frau. Der Mörder konnte ihn niederschlagen und fliehen. Die Polizei glaubt ihm natürlich kein Wort und so macht er sich selbst auf die Jagd nach dem Unbekannten. Da er sich jedoch jeden Tag völlig neu orientieren muß und keine Erinnerungen an den Vortag hat, tätowiert er sich alle gesammelten Hinweise auf den Körper...

"Memento" ist ein Film, der einem nur alle Jubeljahre unterkommt. Hier paaren sich eine ungewöhnliche, aber spannende Handlung mit einer tollen Erzählweise und guten Schauspielern. Die Handlung verläuft grob gesagt von hinten nach vorne, was sich erst einmal sinnlos anhört. Gerade durch diesen Kniff entsteht aber erst die ungewöhnliche Spannung, die "Memento" auszeichnet. Der Zuschauer weiß immer genau so viel, wie Leonard selbst, nämlich praktisch nichts. Dadurch kann man sich perfekt in seine Situation versetzen und erlebt im Laufe des Films eine Überraschung nach der anderen. Der Plot sprüht nur so vor irrwitzigen Einfällen und ist nicht eine Sekunde lang auch nur ansatzweise vorhersehbar. Zudem ist er so verschachtelt, daß man "Memento" definitiv häufiger sehen muß. Gleichzeitig läßt einem Regisseur Christopher Nolan aber auch Freiheiten zur Interpretation. Dies geht zwar nicht so weit, wie bei David Lynch, aber Diskussionsstoff bietet auch "Memento" zuhauf. Das zentrale Motiv besteht in der Frage, wem man vertrauen kann. Leonard muß sich völlig auf seine Notizen vom Vortag verlassen, da er sich selbst an nichts mehr erinnern kann. Dadurch weiß er nie, welcher von seinen Bekannten/Freunden, die im Film auftauchen, richtig bzw. falsch spielen.
Das Spiel mit Farben ist in "Memento" ebenfalls sehr wichtig, da neben der eigentlichen, rückwärts laufenden Handlung, noch eine andere besteht, die chronologisch - fragmentarisch verläuft. Diese ist allerdings schwarz - weiß, so daß man als Zuschauer immer weiß, in welchem Strang man sich gerade befindet. Folgerichtig verlangt einem der Film allerdings eine Menge ab. Man muß sich schon extrem konzentrieren, um nicht völlig den Überblick zu verlieren. Da "Memento" allerdings extrem packend inszeniert ist, kommt man als Zuschauer niemals in Versuchung, auszuschalten.

Die Darsteller untermauern den positiven Gesamteindruck. Guy Pearce als Ermittler wider Willen und ohne Kurzzeitgedächtnis spielt absolut überzeugend.
Ebenso gut gefallen hat mir Carrie - Anne Moss als Barkeeperin Natalie.
Und Joe Pantoliano spielt die Rolle von "Teddy", als wäre sie ihm auf den Leib geschrieben.

Mit "Memento" hat Regisseur Christopher Nolan defintiv einen absoluten Klassiker geschaffen, der frischen Wind in das Genre des Thrillers bringt. Innovativ, packend und atmosphärisch. Bei diesem Film besteht absolute Anschaupflicht.
10/10 Punkte


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