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Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen, The (2006)

Eine Kritik von Anthropophagus (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 28.03.2006, seitdem 1359 Mal gelesen


Remakes sind immer ein heikles Thema, wie jüngst die Neuverfilmung des Carpenter-Klassikers „The Fog“ bewies. Und gerade in der Post-Scream-Ära besteht immer die Angst, dass alte Klassiker im Hinblick auf kommerziellen Erfolg in das Teenie-Horror-Genre transportiert werden. Dass Alexandre Aja jedoch als Regisseur für das Remake des Klassikers von Wes Craven „The Hills Have Eyes“ oder zu deutsch „Hügel der blutigen Augen“ fungiert ließ wohl einige Kenner der Materie und vor allem Kenner des Aja-Werks „High Tension“ aufhorchen. Wenn vielleicht nicht gut, blutig könnte das Ganze ja werden. Diesem Anspruch wird Aja auch wirklich gerecht: Es wird reichlich gesplattered, und soviel Gore in einem deutschen Kino ist eigentlich eine Seltenheit. Es wird geköpft, amputiert, geschossen, verbrannt, Köpfe mit Schrotflinten weggepustet – und das explizit!

Die erste Erwartung an den Film wurde demnach erfüllt. Aber Aja schafft weitaus mehr! Er transportiert die Spannung und den Realismus des 70er Jahre Terrorfilms gekonnt in die Neuzeit: Verzweiflung und Angst wirken in der Wüsten-Hinterwäldler-Atmosphäre echt. Lediglich die stark explizit und comichaften Mutationen der - na ja das sind sie eben – Mutanten mindern den Realismus und schaffen eine etwas „tromaeske“ Umgebung.

In der heutigen Zeit bietet es sich zudem an, die schon damals im Original vorhandene subversive Botschaft mitzunehmen, was Aja auch macht. Zum einen besteht die ursprüngliche Anti-Atom-Botschaft auch weiterhin (ansonsten wäre schließlich die Story völlig verunglimpft worden), und zum anderen macht man sich über die in den USA so normale Verquickung von lächerlicher Religiosität und Gewalt bzw. konkret der Waffenlobby lustig. Am Ende siegen dann noch Demokraten über Republikaner... .

Alexandra Aja hat einen tollen Horrorfilm geschaffen. Das Ende der lauen Teenie-Grusel-Schlitzer-Ära scheint damit endgültig eingeläutet! Neben exzessiver Gewalt bekommt der Zuschauer jedoch viel mehr: rundum gute Unterhaltung, die nicht völlig dämlich und daneben ist. So sollten Remakes sein. 9/10 Punkten


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