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Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen, The (2006)

Eine Kritik von Coolidge (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 31.03.2006, seitdem 310 Mal gelesen


Über den Sinn und Unsinn von Remakes kann man bekanntlich streiten und hat es als mehr oder weniger regelmäßiger Besucher diverser Film- bzw. anderen popkulturell behafteten Foren bereits ausgiebig getan. Dabei kann dies durchaus Sinn ergeben oder wenigstens interessant werden. Hauptsächlich aber nicht bei Filmen wie Dawn Of The Dead, Evil Dead oder Texas Chainsaw Massacre. Warum? Die Filme sind einfach perfekt und kein Remake der Welt hat dem noch irgendetwas hinzuzufügen. Im besten Fall macht die Neuauflage soliden Spaß, siehe Dawn Of The Dead. Aber wie sieht es bei einem Film wie Wes Cravens The Hills Have Eyes aus. Das Original gilt als Klassiker des Backwood Horror Genres, aber bei Sichtung des Originals kommt vor allem eins zum Vorschein: Der Film ist alles andere als perfekt. Und damit ist nicht die Low Budget Optik gemeint, die auch hier durchaus ihren Charme hat. Fazit: Den kann man durchaus nochmal machen, vielleicht sogar besser. Das Craven selbst die ganze Chose angeleiert hat und zudem einem hoffnungsvolem Mann wie Alexandre Aja mal ein großes Budget verschafft macht die Sache dann endgültig zu einer Sinnvollen.

Leider ist es Aja auch beim zweiten Versuch nicht gelungen den Klassiker Ruf, den der Stoff hat, zu rechtfertigen. Spass macht der Kinobesuch aber trotzdem, zumindest für den Genrefreund, wird doch, wie nicht anders zu erwarten war, insbesondere in der zweiten Hälfte nicht mit Blood And Gore gespart. Aber auch abseits aller Drastik hat der Film einiges zu bieten, auch wenn die Art und Weise wie hier Spannung aufgebaut und um das Nervenkostüm des Zuschauers gebuhlt wird fast schon ordinär ist. Zumindest jungen Eltern geht der Kampf um ein Babyleben recht beherzt an die Nieren, tendieren fast schon zum angepisst sein. Da sieht man mal wie schnell man selbst zur Zensurfurie werden kann, wenn einem etwas wirklich nahe geht, bin ich doch sonst ein wandelndes Toleranzedikt. Plump ist leider das richtige Wort um die Bemühungen des Drehbuchs zu beschreiben noch etwas Gesellschaftskritik einzubauen. Hätte man sich auch sparen können, zumal der Film, wie schon gesagt, ansonsten ja wirklich Spass macht. Aja präsentiert sich hier wirklich als Genre Handwerker auf ansprechendem Niveau, der (mit einem niveauvollerem Script) vielleicht sogar zu der ein oder andern wirklichen Großtat fähig sein könnte.

Was am Ende übrig bleibt ist ein Film für den Genre Nerd. Ein "normales" Publikum wird The Hills Have Eyes als ein niveau und moralloses Machwerk empfinden, daß die Grenzen des guten Geschmacks mehr als einmal überschreitet. Ausweiten wäre stattdessen zwar die subtilere und angenehmere Variante gewesen, aber so wurde man eben "nur" fast perfekt entertaint.

08/10


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