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Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen, The (2006)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 27.10.2006, seitdem 633 Mal gelesen


"Das ist wie in der Twilight Zone". Ein bisschen schon. Zivilisation trifft auf Wüste trifft auf die Umkehrung ihrer selbst. Auf Hinterwäldler nicht im Wald. Nein, in den blutäugigen Hügeln einer Mondlandschaft, irgendwo, wo der Boden strahlt. Irgendwo in New Mexiko, weil Uncle Sam irgendwann in den fünfziger und sechziger Jahren irgendwie einen auf Nordkorea dieser Tage machte. Der Vorspann montiert Atompilze und Missbildungen, aha, das also ist geschehen. Diese verflixte Radioaktivität - sehr ungünstig für Einheimische: Man mutiert, man mordet, man wird kannibalisch. So ist das mit der Strahlung. Man wird ein böser, böser Elefantenmensch.

Gleich zu Beginn schlägt daher der Geigerzähler aus, aber die Lanze auch. Geführt von einem Mutanten bohrt sie sich durch Strahlenanzug, Fleisch und wieder Strahlenanzug. Wissenschaftler hat’s im Opener erwischt. Aber dann, im Hauptteil, gerät die amerikanische Familie (demokratische und konservative Seelen in ihrer Brust) ins Visier ihres eigenen kontaminierten Zerrbildes. Irgendwann, nach längerer Beobachtung und Distanz, einer aus den Hügeln hervorlugenden Kamera, plumper Da-ist-irgendetwas-Suggestion und einem Objektiv, das sich von dem Mann, der sich eine Schrotflinte unters Kinn hält und abdrückt, partout nicht abwenden will, irgendwann nun vollzieht Regisseur Aja einen hundsgemeinen Einbruch in die schöne, fast heile "California Dreaming"-Urlaubsidylle der zivilisierten Menschheit. Die Mutanten greifen an und zum ersten und einzigen Mal beklemmt dieser Film und packt uns, ganz feste mit Schraubstock, an den Eiern.

Politische Korrektheit und moralische Hürden haben sich für diese qualvollen Augenblicke verabschiedet. Doch nur für die. Was aus der Desert-Horrorshow-Exploitation hervorgeht, ist die Revengetour des einstigen braven, aber nicht liebsten Schwiegersohnes und Handyfachmannes Doug. Civilization strikes back. Die Degeneration als Angstbild hat sich in ein Hassbild verkehrt. Spannung glänzt durch Abwesenheit, denn nun müssen wir Doug frenetisch anfeuern: Hau’ da jetzt rein die Spitzhacke ins Auge! Und wenn die nicht reicht, bei aller robusten Kerngesundheit des Widersachers, dann nimm’ auch noch die amerikanische Flagge. Das hilft immer. Die Perfidie der Entartung kann dem Helden nichts mehr anhaben, nein, ausgeschlossen. Doug kann schalten und walten, ein kleines Mutantenrotkäppchen behütet sein Baby, er kann richtig reinhauen und metzeln und ist dabei - hier etwas verborgene Substanz - längst zu dem geworden, was er mit exorbitanter Härte bekämpft. Immerhin.


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