Eine Kritik von CptSparrow (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 28.12.2006, seitdem 816 Mal gelesen
Ich habe den Film seit langer Zeit mal wieder gesehen, da er im Rahmen des Weihnachtsprogramms wiederholt wurde. Mir eigentlich unverständlich, daß der Film so selten gezeigt wird.
Als ich den Film zum ersten mal sah, war ich noch ein kleiner Bengel und ich kann mich noch sehr gut an die durchweg begeisterten Schulhofgespräche erinnern, die der Film seinerzeit auslöste.
Damals gab es nur drei Fernsehprogramme, Spielfilme waren durchaus nicht an der Tagesordnung und Western waren meist dröge und langweilig.Â
El Dorado war aber völlig anders, James Caan als nicht schießen könnendes Greenhorn, John Wayne, wie immer souverän und doch diesmal nicht perfekt, durch seine Schußverletzung, und natürlich Mitchum als versoffener Sheriff, der seine Würde zurückverdient.
Selbst meine Freundin, die Western beim besten Willen nichts abgewinnen kann und den Film auch nicht kannte, fand den Film wirklich unterhaltsam. Daß dieser Film so unterhaltend wirkt, liegt vermutlich daran, daß er gar kein klassischer Western ist. Diese Geschichte ließe sich auch unter einem beliebigen anderen Hintergrund verfilmen.
Daß der Streifen über zwei Stunden Laufzeit hat, fällt einem beim besten Willen nicht auf, ein Beispiel, wie kurzweiliges Kino auszusehen hat. Es gibt einfach keine Längen, immer passiert etwas, daß den Zuschauer bei der Stange hält.
Nichts gegen Dean Martin aber El Dorado ist um ein Vielfaches besser als Rio Bravo, auf den sich der Streifen ja bezieht.
Fazit: Wer einen vergnüglichen DVD-Abend plant, ist mit El Dorado bestens bedient.