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Dogma (1999)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 25.06.2003, seitdem 2150 Mal gelesen


Einige Bundesstaaten der USA erhoben den Vorwurf der Blasphemie gegen Kevin Smith und waren nicht gerade sehr gut auf "Dogma" zu sprechen. Dabei kann man den Unmut der Strenggläubigen bei einigen Passagen wohl nachvollziehen, aber Reaktionen, wie sie teilweise in Übersee der Fall waren, sind dann doch zu übertrieben, denn wirklich böse gemeint, ist "Dogma" nicht.

Die Story über zwei gefallene Engel, die eine Lücke in Gottes Unfehlbarkeit entdeckt haben und durch diese wieder in den Himmel gelangen könnten, ist zwar frech, doch dem Christentum oder hier speziell dem Katholizismus gegenüber moralisch nicht unbedingt anstößig. Jede Menge skurrile Figuren und Anspielungen auf die Religion gab es schließlich ebenfalls schon in "Das Leben des Brian", der nun nicht so kritisiert wurde, obwohl er nun auch nicht sehr seriös und akkurat mit religiöser Authentizität umging. Was "Dogma" aller Wahrscheinlichkeit nach in der christlichen Welt in Verruf kommen ließ, ist wohl das äußerst makabere, provokante Verhalten der zwei gefallenen Engel Loki (Matt Damon) und Bartleby (Ben Affleck), die nämlich schon einmal gerne ein Massaker anrichten. Nichts desto trotz sollte man dies nicht so verbissen ernst sehen.

Denn von Prätention kann hier nicht wirklich die Rede sein. Dafür sorgt der eigenwillige Humor. Ein Augenmerk liegt auf den Dialogen, die in ihrem Grad allerdings auch von pfiffig, intelligent bis niveaulos und strunzdämlich reichen. Besonders auffällig in ihrer Art ist die Kommunikation (Gespräche kann man dies nicht nennen.) zwischen Jay und Silent Bob, wobei letzterer seinem Namen natürlich alle Ehre macht, mehr auf Mimik und Gestik fixiert ist und ersterer in Folge dessen deutlich den superioren Part einnimmt. Sichtlich Spaß haben aber nicht nur sie, sondern ebenso die bezaubernde Salma Hayek als Muse, die auch einen kleinen Tanzauftritt hat (dafür lieben wir sie ja - wir erinnern uns einmal an so einen unbedeutenden Vampirsplatterfim mit so einem komischen Clooney und Tarantino) und die zahlreichen anderen Akteure wie Ben Affleck, Matt Damon, Chris Rock und Alan Rickman und sogar Alanis Morissette, die ebenfalls mit von der Partie sind. Linda Fiorentino ist mir zwar nicht so sympathisch, aber vergessen wollen wir sie im bekannten Ensemble mal nicht.

"Dogma" ist eine gute Religionssatire mit viel schwarzem, anspruchsvollem sowie niveaulosem Humor. Von "Scheißedämonen" bis hin zu echter Auseinandersetzung mit Gottesvorstellungen und der ganzen Thematik ist alles vertreten. Die Effekte wie Engelsflügel wären zwar, falls sie nicht sowieso so gewollt trashig und unecht aussehen sollen, noch ausbaufähig gewesen, aber sei es drum, da hier sowieso nicht all zu viel ernst zu nehmen ist. Religiöse Menschen sollten sich also nicht auf den Schlips getreten fühlen und gegebenenfalls diese Komödie eben meiden. Für alle anderen ist "Dogma" ansonsten gerade wegen seiner skurrilen Komik empfehlenswert. Näheres Hintergrundwissen über Religion, Kirche und Christentum ist auch nicht wirklich von Nöten. (7+/10 Punkten)


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