Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 24.09.2002, seitdem 336 Mal gelesen
Drei Mädchen in der Pubertät, alle haben das selbe Problem: Inken (Diana Amft), Lena (Karoline Herfurth) und Vicky (Felicitas Woll) hatten trotz diverser sexuellen Erlebnisse auf Partys noch nie einen Orgasmus. Das soll sich natürlich schnell ändern und so begeben sich die drei auf die Suche nach dem passenden Freund. Nebenbei erfahren die Mädchen die Vorteile hochgeschraubter Fahrradsattel.
Wieder eine deutsche Antwort auf "American Pie", die gottlob nicht völlig in die Hose ging. Allerdings gehört "Mädchen Mädchen" zu den Filmen, die erst ab einem gewissen Alkoholpegel und am Besten in der Gruppe konsumierbar sind. Deshalb spreche ich den Streifen jede Ernsthaftigkeit ab (das kann man schon an der Story erkennen) und erkläre das als reinen Spaß-Film, der der Zielgruppe viel Spaß bereiten dürfte. Die liegt nämlich eindeutig bei pubertierenden Jungs und Mädels, und die werden, was die Zoten, das Aussehen der Darsteller und die nackten Brüste angeht, bestens bedient.
Die Gags sind zum Teil sehr gut gelungen. Genial die Szene im Badezimmer, die Situationskomik vom Feinsten bietet. Besser hätte man das kaum hinbekommen können. Allerdings wird mir die gelungene Szene mit dem Orgasmus auf dem Fahrradsattel zu sehr ausgeschlachtet. Was erst richtig lustig ist, wird dann durch die ganzen darauffolgenden Versuche total überstrapaziert und bietet dann auch den ein oder anderen Gags, über den höchstens 12jährige lachen. Die Thematik "Frauen und Autofahren" hätte man wohl besser ebenfalls nicht so ausführlich dargestellt.
Die Story ist freilich völlig bekloppt. Im Grunde genommen bietet der Film nichts weiter als eine lose Aneinanderreihung von Situationen, deren Ende einmal mehr, einmal weniger komisch ausfällt. Fast die Hälfte des Films besteht aus Partys, welche von der Atmosphäre her ganz nett geworden sind. Im Endeffekt ein völlig verhunzte Geschichte, die jedoch das Kunststück schafft, fast nie langweilig zu werden. Bloß in den gefühlsduseligen Szenen hätte ich mir etwas mehr Fingerspitzengefühl gewünscht, denn die wirken schon arg aufgesetzt und zum Schluss ist der Kitsch nur noch schwer auszuhalten. ("Das Lied ist für ein ganz bestimmtes Mädchen...")
Ein bisschen genervt hat mich ebenfalls die willkürliche Einteilung der Geschlechter. Jungs sind perverse und gefühllose Wesen, die bloß Sex haben wollen und ordinäre T-Shirts tragen. Mädchen dagegen fahren schlecht Auto und angeln sich auf jeder Party bloß Jungs, um einen Orgasmus zu erleben, der für sie ja das wichtigste im Leben zu sein scheint.
Die Schauspieler sind trotz eines geringen Bekanntheitsgrades recht gut und passen in ihre Rollen.
Besonders begeistert war ich von Felicitas Woll als Vicky, die nicht nur verdammt gut aussieht, sondern auch wunderbar spielt. Schade, dass sie, im Gegensatz zu Diana Amft keinen Oben-Ohne-Auftritt hat, was uns auch schon zum nächsten Thema führt: Titten! Bisher hab ich noch in keinem Teeniefilm so viele nackte Brüste gesehen. Nicht das es mich stört *g*, aber einige Male sind die Tittenszenen so offensichtlich einfach auf höchstmögliche Erregung beim männlichen Zuschauer fixiert, dass weniger stellenweise mehr gewesen wäre.
Insgesamt ein simpel gestrickter (wenn überhaupt), bisweilen unterhaltsamer Partyfilm, den man leicht angeheitert gut anschauen kann. Ansonsten wird man über die reichlich vorhandene inhaltliche Leere nicht so über weiteres hinwegsehen können. Ich empfehle ca. 2 Liter Bier, eine Party und viele Leute einladen. Dann einen kurzweiligen, keinesfalls überragenden Teeniefilm anschauen, ab und zu lachen und mit der Gewissheit abschalten, dass bei solchen Filmen eben doch nur die Unterhaltung zählt, sonst nix.