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Inside Man (2006)

Eine Kritik von Schlafzimmerbett (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 06.11.2006, seitdem 456 Mal gelesen


Irre Wendungen, coole Dialoge, tolle Besetzung - ein Top Thriller. Damit wird um "Inside Man" auf dem Klappentext geworben. Leider stimmt nichts von alledem, außer eines: es ist ein Thriller, aber top? Von vorneherein wissen wir: soeben wurde der perfekte Bankraub begangen. Gespickt mit Zwischensequenzen von Verhören nach dem Bankraub wird der eigentliche Handlungsablauf als Rückblende erzählt, allerdings ohne zuviel vom Ende zu verraten. Die Auflösung erfolgt trotzdem erst zum Schluß, womit der Spannungsbogen tatsächlich bis zum Ende gehalten werden kann.

Doch um was geht es eigentlich? Nicht nur Frazier, der ermittelnde Cop, fragt sich dies, sondern letztlich auch der Zuschauer. Es geht um mehr als um einen Bankraub: um die mysteriöse Nazivergangenheit des Bankvorstandes, um einen geheimnisvollen Diamantring und schlicht und ergreifend um Prestige. Ich, der allmächtige grenzgeniale Bankräuber, begehe das perfekte Verbrechen. Es wird nichts vermisst, es gibt keine Zeugen, keine Täter, keine Spuren.

Die Idee ist gut, die Umsetzung gelungen. Die Schauspieler handeln auf hohem Niveau und scheinen sorgfältig ausgewählt. Die stets unterkühlt wirkende Jodie Foster ist endlich mal keine Fehlbesetzung mehr, obwohl man aus ihrer Rolle nicht so richtig schlau wird. Neben den Hauptakteuren Washington und Owen gilt das Lob vorallem Willem Dafoe - schade, daß seine Auftritte zu kurz geraten.

Auch der Soundtrack hämmert passend und trägt zum Funktionieren des Films bei. Panjabi MC beweist, daß er mehr kann als nur rythmische Bollywoodklänge modern zu verwursteln, um sie dadurch Teeniedisco tauglich zu machen.

Nun, das Fazit fällt wohlwollend aus - und doch ist der Film kaum mehr als Durchschnitt. Der letzte Kick fehlt, die Dialoge sind leider doch nicht so cool, der Witz und die Genialität lassen den notwenigen Tick vermissen. Keine Frage, "Inside Man" ist ein guter und unterhaltsamer Film. Aber wozu das alles? Daß es Russell, das Gehirn dieses Coups, tatsächlich nur um den Beweis als solches geht, verbunden mit der Redlichkeit Bankvorstand Case zu enttarnen nimmt man ihm kaum ab. Und die Auflösung des ganzen Spektakels gerät leider doch sehr banal. Nunja, die Banalität ist oft der Schlüssel zum Erfolg, doch auch hier fehlt die Nachvollziehbarkeit - ganz so einfach dürfte es dann doch nicht laufen können.

Sei's drum, spannende Kurzweil bietet der Film allemal, und wer dies erwartet wird keineswegs enttäuscht.

(6/10)


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