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Inside Man (2006)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 11.12.2009, seitdem 285 Mal gelesen


Owen gegen Washington...10.12.2009

Und bevor ich es vergesse: der Film ist einfach zu lang, mindestens zwnazig Minuten. Damit ist eigentlich schon der hauptkritikpunkt herausposaunt, denn am Rest kann man schon allein aufgrund der wirklich guten Darstellerleistungen nicht mit reinem Gewissen herummäkeln. Aber diese Leistungen reißen den Film einfach nicht raus, denn was nützen die besten Schauspieler, wenn der Film, in dem sie mitwirken dürfen, auf einer sehr durchsichtigen und leider auch nicht gerade unkonventionellen Geschichte beruht? Man hat dem Drehbuchautoren wohl nur kleines Geld bezahlen können, denn wie sonst erklärt sich eine abgenudelte Mixtur aus der guten Verhandlungssache und dem guten Ocean's Eleven mit ein bißchen Kriegsverbrechenshintergrund ohne jede Prise Innovation, Drehbuchwitz oder gar dem immer seltener werdenden Esprit? Eben, das nennt man Auftragsarbeit!

Auch Spike Lee brauchte das Geld, wie man so hört, und da darf man dann einfach kein Risiko eingehen. Man ist natürlich mit dem Quintett Washington, Owen, Foster, Dafoe und Plummer ganz auf der sicheren Seite, denn wenn diese mittun, kann kein Film ganz und gar schlecht werden. Doch Foster und Plummer werden in einem unnützen Nebenplot verheizt, übrig bleibt die gute alte Geschichte vom cleveren Bankräuber, der alles weiß, alles voraussieht und am Ende ungeschoren davonkommt. Das ist hier insofern dumm, weil mit keiner Zeile darauf hingewiesen wird, woher der Ganove all seine Kenntnisse hat und vor allem, woher er um die Existenz eines gewissen Schließfaches weiß, welches in keinen Bankunterlagen auftaucht, aber den Lohn der Mühen in sich birgt...

Natürlich ist der Film nicht schlecht, wie man nach dem Genuß dieser bis hierhin geschriebenen Zeilen vielleicht glauben möchte. Gerade die erste Stunde vermag zu fesseln, obwohl man schnell weiß, wohin der Hase läuft. Dann aber wird die Story überfrachtet, der Nebenplot zäht den Film genau so wie die zahlreichen, mit Farbfiltern hinterlegten Rückblenden, und die wenigen guten Einfälle geraten ins Hintertreffen. Schade, denn es hätte wirklich so viel besser sein können - und es liegt allein am Drehbuch, daß dem nicht so ist. Wie so oft wäre auch hier ein bißchen weniger mehr gewesen, ein straffer Bankraubfilm mit 100 Minuten Laufzeit hätte mich tatsächlich begeistert, dieser Streifen hier aber ist wie so viele in letzter Zeit einer der verpaßten Möglichkeiten und auch nur etwas besserer Durchschnitt...6/10.


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