Ansicht eines Reviews

Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell (2006)

Eine Kritik von Moonshade (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 30.03.2006, seitdem 2135 Mal gelesen


„…und beweist eindrucksvoll, dass „gut gemeint“ und „gut gemacht“ unüberbrückbare Gegensätze sind!“ (Harald Schmidt)

Unser aller Talkmaster wird nicht „Basic Instinct 2“ gesehen haben, als er dies in einer Bühnennummer verwendete, aber es trifft den Punkt ganz gut.
„Basic Instinct“ mag anno 1992 für manche den erotischen Nerv getroffen haben (warum auch immer…), aber der Blitz schlägt eben nicht immer zweimal an derselben Stelle ein.
Gute 13 Jahre später steht nun Teil 2 auf den Spielplänen und die Frage ist: haben wir diesen Film gebraucht?
Nein!

Was wir da als den neuen Skandalthriller aufgetischt bekommen, ist eine bemüht sensationsheischende Neuauflage des Erfolgsfilms, nur ohne Eispickel. Und leider ohne Michael Douglas!
Die hier vorliegende amerikanisch-britisch-spanisch-deutsche Co-Produktion (gaaaanz schlechtes Zeichen) unter der Ägide von Michael Caton Jones, der bisher immerhin einige ansehnliche Filme drehte (Das „Jackal“-Remake oder „Rob Roy“) bemüht aufdringlich und dreist fast alle Elemente aus dem ersten Film und formt sie zu einem fast identischen Ablauf.
Sharon Stone als arrogant-aufgesexte Verführerin unter Mordverdacht, ein ihr verfallener Hauptdarsteller, ein manischer Polizist, ein paar Opfer und jede Menge Publikumsverwirrung.

Gut, soweit hatte man das ohnehin befürchtet. Abklatsch stand dieser Produktion von vornherein auf der Stirn geschrieben, aber dieses „neue Spiel für Catherine Tramell“ hat nun wirklich gar nichts, weswegen man sich diesen Film anschauen sollte oder gar müsste.

Fängt mit der Hauptdarstellerin an, der man konstatieren muß, sich für ihren „Pay or Play“-Deal (sie kriegt die dicke Gage, egal ob der Film produziert wird oder nicht) per Schönheitsoperation gut in Schuß gehalten zu haben. Für 48 Jährchen ist das Gesicht frisch übergebügelt und die deutlich nachgebesserten Möpse sehen vielleicht noch passabel aus, der Rest vom Fest genügt keinen Erotikansprüchen mehr (außer bei einem Betriebsausflug eines Seniorenheims). Die Haut wirkt grobporig, die Beine staksig, das Fleisch an den Armen schlaff und am Hals und an den Händen zeigt sich das Alter deutlich.
Dennoch hält Miss Stone ihre Brüste ausgiebig in die Kamera und rammelt sich durch ihre Risiko-Zwangsneurose, gurrt und zischelt und schaut ständig mit diesem „Los-du-Sau-nun-versuch-mich-zu-kriegen-Blick in die Kamera.
Das ist nicht nur relativ unpassend, sondern auch würdelos und spätestens bei der Teilnahme an einem Rudelbums in einem Puff in Soho ist die Grenze überschritten – dafür darf sich die Mimin schämen.

Was aber viel mehr verblüfft: dass filmgemäß die Männer in diesem Film auf diese aufgerüschte Midlife-Crisis reinfallen, als gäbe es sonst nichts mehr zu vögeln auf dieser Welt, allen voran der hier als Hauptdarsteller geopferte britische TV-Darsteller David Morrissey, der einen neuen Rekord in Sachen Fehlbesetzung aufstellt.
Blaß, steif, unattraktiv, ständig nur mit einem Gesichtsausdruck (relative Unsicherheit, was wohl als Nächstes passiert) bewehrt, stolpert er durch das eindimensionale Drehbuch und muß dann plangemäß so tun, als würde ihn das aufgesetzte Geraune der Stone langsam aber sicher anfixen, was so albern wie unverständlich ist.
Morrissey ist dabei so männlich wie die Teletubbies und hat vermutlich den Slogan „ahnungsloses Opfer“ auf seinen Arsch tätowiert, zumindest würde es passen.
Und als dann endlich soweit ist und gerammelt wird wie nix Gutes, bekommt er von der Amerikanerin ein Lederhalsband um die Gurgel und sieht damit beim Orgasmus aus wie ein Eichhörnchen beim Kacken.

Als diametralen Gegensatz bemüht sich David Thewlis (der ja dank seines Aussehens immer so ausschaut, als würde er ein verdorbenes Essen verdauen müssen), als chauvinistischer Bulle mit Tramell-Fixierung, verbal aufs Gekröse zu hauen, damit alle Männer auch mal deftig „Hoho!“ machen dürfen. Desweiteren versucht Charlotte Rampling noch, so etwas wie Souveränität auszustrahlen, ich will diese Bemühungen mal honorieren, weil die sich dieses Mal nicht auszieht (und sie bei ihrer letzten Nacktszene in „Swimming Pool“, obwohl deutlich älter, wesentlich attraktiver aussah).

Über das abgeklatschte Drehbuch hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens, es gibt wieder ein paar Sexszenen, ein paar Leichen und wer sich die Mühe macht, Lebenszeit darauf zu verschwenden, darf dann am Ende sich wieder die Testikel wegdiskutieren, ob es nun Stone, Thewlis oder Morrissey war, der hier bemüht rumgemeuchelt hat.
Zu einem Ergebnis wird man auch dieses Mal wieder nicht kommen und man kann seine Zeit auch besser verschwenden, z.B. mit atmen.
Angereichert mit einschläfernder Musik und ohne sichtbare Spannungskurve werden alle Punkte abgehakt, allenfalls ein paar aufdringliche Phallussymbole sorgen noch für kurze Heiterkeit.

Cineastischen Allesfressern wird sogar diese fade Wiederholung noch gefallen und wer es beim Kinobesuch schafft, immer an den inhaltlichen Nullpunkt zurückzukehren, also zu vergessen, dass er jemals einen Thriller oder einen spannenden Film gesehen hat, der hält diesen Film sicher für das Schärfste seit der Einführung der Morgenlatte, aber das macht diese erbärmlich dümmliche Geldschneiderei leider in keiner Szene besser.
Gottseidank sind wenigstens die technischen Details in Ordnung und die Kameraführung ist akzeptabel, aber sonst kommen nicht mal Trashfreunde, für die Sachen wie „Color of Night“ ein Fest waren, auf ihre Kosten.

Das hier ist einfach nur steif, einfallslos, dümmlich, schlecht gespielt und geschmacklos in so ziemlich jeder Hinsicht.

Falls aber in weiteren 15 Jahren Catherine Tramell sich in einem dritten Teil von zwei muskulösen Helfern aus ihrer pediatrischen Gehhilfe gehoben wird, um auf einen leicht zu beeinflussenden Krankenpfleger gesteckt zu werden, der dann ein Skalpell ins Rektum gesteckt bekommt, bin ich wieder mit dabei. Das könnte dann wirklich lustig werden.
Mit Müh und Not: 2/10!


Surprise me!
"Surprise me!" BETA
Lassen Sie sich überraschen! Wir führen Sie zu einem zufälligen Treffer zu einem Thema Ihrer Wahl... Wollen Sie eine andere Kritik von "Moonshade" lesen? Oder ein anderes Review zu "Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell (2006)"?


Zur Übersichtsseite des Films
Liste aller lokalen Reviews von Moonshade

Zurück





Copyright © 1999-2012 KI Media GbR
Alle Rechte vorbehalten.
Nutzungsbedingungen · Werben · Impressum
Hosted by Net-Build



Quicksearch






User-Center

Benutzername: 
Paßwort:
Login nur für diese Sitzung:

·

485 Besucher online





Abonnement


Abonnement - Bitte erst anmelden
Melden Sie sich bitte an, um Abonnements vornehmen zu können



Neue Reviews


Mann mit der Todeskralle, Der (1973)
Verdammte der Inseln, Der (1952)
Mein wunderbarer Waschsalon (1985)
Hereafter - Das Leben danach (2010)
Get the Gringo (2011)



News


Unser News-Bereich wurde überarbeitet und wird in Kürze weiter ausgebaut werden, damit Sie stets aktuell über alle Neuigkeiten rund um die Welt des Films informiert sind.

» Zum neuen News-Bereich