|
 |

Ansicht eines Reviews
Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell (2006)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 2/10) eingetragen am 16.05.2008, seitdem 848 Mal gelesen
Lange Zeit war „Basic Instinct 2“ geplant, jedoch hatten weder Paul Verhoeven noch Michael Douglas Lust auf ein Sequel. Gerüchten zufolge wollte man das Projekt gar abblasen und drehte dann nur, da dies billiger war als Sharon Stone eine Abfindung zu zahlen.
Es geht wieder um Catherine Tramell (Sharon Stone), die ausgesprochen offenherzige Bisexuelle aus dem Vorgänger. Gleich zu Beginn sehen wir Frau Tramell beim Ausleben ihrer Phantasien: Sie sitzt auf dem Beifahrersitz eines Autos, der Fahrer grabbelt an ihr rum und rast mit Tempo durch die City – die Folge: Crash des Autos, Tod des Fahrers, Untersuchung der Geschichte. Damit geht man direkt weiter als jede Sexszene des ersten Teils, doch ist dabei so over the top, dass es nur lächerlich wirkt.
Da es sich bei dem Gecrashten jedoch um einen Promi handelt will die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung von Catherine Tramell. Psychiater Michael Glass (David Morrissey) verfällt der Schönen bald und es geschehen Morde im Umfeld der beiden...
Die letzte Szene von „Basic Instinct“ war in gewisser Weise ein offenes Ende und stellte clever die Frage, ob Catherine Tramell eine Mörderin ist. Tatsächlich vollbringt das Sequel die echte Leistung diese Frage nicht fade zu beantworten, sondern erneut offen zu lassen. Der englische Untertitel „Risk Addiction“ sagt es bereits: Catherine hat einen Hang zur Gefahr, insofern wäre ein erhöhtes Mörderaufkommen in ihrem Umfeld erklärbar, wenn sie keine Killerin ist. Besagte Risikofreude ist es ja auch, die zur extremen Auslebung ihrer sexuellen Obsessionen führt.
Von dieser Anschlussleistung mal abgesehen kann man „Basic Instinct 2“ leider quasi gar keine Qualitäten attestieren. Von der Hauptfigur mal abgesehen sind wirklich kaum Bezüge zum Vorgänger da, von dessen Finesse ist auch nichts geblieben. Stattdessen schleppt sich der aus unerfindlichen Gründen auf zwei Stunden getrimmte Film durch seinen Plot und ist dabei so langweilig, dass das Whodunit bei den Morden nach einer halben Stunde nicht mehr interessiert. Das Rausholen schrottiger Last Minute Twists macht die Sache auch nicht besser (eher umgekehrt), sodass am Ende nur die totale Ödnis bleibt.
Richtiggehend peinlich ist der Versuch den Skandalerfolg des Vorgängers noch zu wiederholen, doch über 10 Jahre nach dem ersten Teil kann eine derartige Thematisierung von Sex niemanden mehr wirklich schockieren – zumal „Basic Instinct 2“ wesentlich harmloser und angepasster als Verhoevens Werk daherkommt. Auch sonstige Schauwerte bietet „Basic Instinct 2“ fast gar nicht, denn mit ein paar einfallslos abgefilmten Mordszenen lockt man niemandem mehr hinter dem Sofa hervor.
Sharon Stone hat sich immer noch ihre Ausstrahlung bewahrt, wenngleich sie natürlich nicht mehr so frisch aussieht wie im Original. Sie spielt immerhin halbwegs gegen das Script an, das bloß dümmliche Dialoge bietet und die Figur der Catherine demontiert, aber kann nicht viel retten. Michael-Douglas-Ersatz David Morrissey hingegen ist ein absoluter Totalausfall und so blass, dass man seine Leistung bereits eine halbe Stunde nach Filmende vergessen hat. Ein Gesamtbild, in das sich die durchweg unscheinbaren Nebendarsteller noch einfügen.
So hat „Basic Instinct 2“ alles in allem noch nicht mal das Potential zu schocken oder zu verärgern: Es ist ein schnarchiger, stinklangweiliger Film von der Stange. Einzig und allein die Tatsache, dass man Catherine Tramells Geheimnis nicht wirklich lüftet mag man den Machern da noch als Leistung anerkennen.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von McClane
Zurück
 |
 |
|