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Ice Age 2 - Jetzt taut's (2006)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 7/10) eingetragen am 06.05.2006, seitdem 470 Mal gelesen
Putziges Sequel des 2002er Animationshits, das zwar etwas schwächer ausfällt, aber glücklicherweise nicht sehr viel schwächer.
Das eiszeitliche Junggesellentrio aus Faultier Sid, Mammut Manny und Säbelzahntiger Diego hat es sich in einem kleinen Tal gemütlich gemacht, genießt das langsam einsetzende Tauwetter und Sid versucht sich noch als Bademeister. Doch wie im richtigen Leben erweisen sich die Jungtiere als nervige kleine Rangen mit null Respekt vor dem Alter, was schon für recht hämischen Humor gut ist (z.B. wenn die Kleinen Sids Selbstmordversuch noch anfeuern).
Doch das Tauwetter hat auch seine Schattenseiten und so droht eine große Überflutung – also ist erneut Wanderung angesagt, statt vor Eis flieht man nun vor Tauwasser. Doch auf dem Wege tun sich natürlich wieder reichlich Hindernisse auf…
Wie schon im Vorgänger ist auch hier die Story um die Wanderung eher ein roter Faden, denn die Überflutung spielt erst gegen Ende wieder eine Rolle. Zwar sorgt das Auftauchen zweier gefräßiger Meeressauger für etwas zusätzliche Bedrohung, aber insgesamt ist der Plot eher Folie für die Gags. So ist das Ende auch in erster Linie für jüngere Zuschauer gedacht, die noch mit den Figuren mitfiebern, während jedem halbwegs erwachsenen Zuschauer klar ist, dass hier niemand von den Hauptfiguren abnippeln wird – von fieserem Humor Marke „Shrek“ ist auch hier nicht viel zu merken.
So erweisen sich auch die ersten Minuten von „Ice Age 2“ noch als die stärksten, da man gegen Ende das Gagtempo sowie deren Schärfe etwas herunterfährt. Neben den kleinen Bälgern zu Beginn sorgen noch einige coole Wortgefechte und Sprüche für Laune, z.B. wenn Manny sich für das letzte Mammut auf Erden hält und Sid Songs wie „Wenn deine Spezies überlebt, dann klatsch’ zweimal“ anstimmt. Unverzichtbar auch die Auftritte des Rattenhörnchens Scrat, das nach aufgrund seiner Popularität mehr Auftritte geweiht bekommt. Zwar ist das Konzept simpel (Scrat bekommt bei der Jagd nach seiner Nuss auf die Mütze), doch es ist herrlich getimter Slapstick, wobei vor allem die Episoden mit den Piranhas und dem Geier für Erheiterung sorgen.
Erweitert wird das Figurenensemble um die Mammutdame Ellie, die sich für ein Opossum hält, sowie ihre Opossum-Brüder und ein paar Nebenfiguren. Jeder der Charaktere bekommt zudem wieder eine spezielle Aufgabe gestellt: Manny muss mit Ellie für die Zukunft der Mammuts sorgen (und sie erstmal davon überzeugen ein Mammut zu sein), Diego seine Angst vor Wasser überwinden und Sid sucht nach Anerkennung. Alle drei sind erfolgreich, natürlich ist mit Hinsicht auf familienfreundliche Message Freundschaft zu allem, doch es wirkt nicht so aufgesetzt.
Abgesehen von der dünnen Story leistet sich „Ice Age 2“ allerdings nur wenige Patzer: Die Gags sitzen, nehmen nur zum Ende etwas ab, nur ein paar davon wollen nicht zünden. So langweilt das Geiser-Musical doch etwas arg, mag vielleicht als Parodie auf die Disney-Singerei gedacht sein, aber selbige bekam in den „Shrek“-Filmen deutlich lustiger ihr Fett weg.
Animatorisch ist hingegen alles in Butter: Mit viel Liebe zum Detail hat man alte und neue Charaktere zum Leben erweckt und den Comiccharakter der Figuren beibehalten. Auch die deutsche Synchro ist ebenso gelungen wie beim ersten Mal und man merkt nur an wenigen Stellen, dass dort ein Wortspiel aus dem O-Ton nicht übersetzt werden konnte.
So gibt es unterm Strich gute 6,5 Punkte für „Ice Age 2“, da die Story ähnlich dünn wie beim Vorgänger ist und das Ende mehr Humor vertragen könnte. Doch die meisten Gags sitzen, Charme hat die Angelegenheit erneut und größere Längen sind auch nicht zu verzeichnen.
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