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Dead of Night (1974)

Eine Kritik von Max Con Carne II. (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 15.11.2008, seitdem 1875 Mal gelesen


Schreckenszenario einer amerikanischen Durchschnittsfamilie: die Sippe sitzt gerade in trauter Eintracht beim Abendessen, da kommt die entsetzliche Nachricht  - Sohn Andy ist im Vietnamkrieg gefallen. Doch noch in der selben Nacht steht der Spross vor der Tür. Auf den ersten Blick ganz der Alte, hat sich sein Verhalten merklich verändert, denn Andy wirkt eigenartig apathisch. Als mehrere Morde die Kleinstadt erschüttern, gerät der Heimkehrer zunehmend in Verdacht...

Der Low Budget-Horrorstreifen "Dead of Night" von Regisseur Bob Clark gehört zu den weniger bekannten Vertretern des Genres, was allerdings nicht heißt, dass er auch zu Uninteressanteren dazu gerechnet werden muss. Mich hat das Werk in seiner Machart in erster Linie an die frühen Romane von Stephen King (u.a. "Friedhof der Kuscheltiere") erinnert: Auch hier platzt das Böse völlig unversehens in die scheinbar heile Welt einer Durchschnittsfamilie - dieses Mal in Gestalt des verschollen geglaubten Sohnes. Und auch hier zeigt die scheinbar heile Fassade erste Risse: der Vater säuft, die Ehe zu seiner Frau ist völlig im Eimer, sein Leben ein einziger Trümmerhaufen. Außerdem gibt es einpaar Seitenhiebe auf den Vietnamkrieg sowie die Moral der Spießbürgergesellschaft.

"Dead of Night" ist kein besonders blutiger Film. Die wenigen Schockmomente sind gut dosiert, ansonsten lebt der Streifen  von seinem Blick unter die Oberfläche der Kleinstadtidylle. Dennoch vermag das Werk von Bob Clark gut zu unterhalten, die schauspielerischen Leistungen gehen in Ordnung, Masken-Guru Tom Savini kann für seinen späteren Einsatz in "Dawn of the Dead" schon mal kräftig üben. Das Zombie-Make-Up ist für seine Entstehungszeit überaus gut gelungen. Regisseur Bob Clark lieferte mit dem Nachfolger "Children shouldn´t play with Dead Things" ein ähnlich kultiges Werk ab, bevor seine Karriere mit Schmalspurkino à la "Der Harte und der Zarte" im Sande verlief.

Fazit: Gekonnte Schauermär für Kenner und Könner des Genres sowie etwas 70er-Jahre-Zeitgeist. Verdientermaßen 8 von 10 Punkten.


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