|
 |

Ansicht eines Reviews
Gladiator (2000)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 20.01.2003, seitdem 1064 Mal gelesen
„Gladiator“ belebt das Sandalenfilmgenre wieder und erweist sich als fesselndes Epos von Regie-Virtuose Ridley Scott.
Zur Zeit des Imperators Marcus Aurelias (Richard Harris), der fast die gesamte bekannte Welt beherrscht: Im antiken Germanien bahnt sich die Entscheidungsschlacht zwischen den Barbaren und den Legionen unter Führung des Feldherren Maximus (Russell Crowe) an. Doch die Germanen unterliegen in einem furiosen Gefecht dem römischen Heer, was auf der Leinwand fantastisch anzuschauen ist. Da surren die Pfeilen und klirren die Schwerter in Schlachtszenen, die zum besten gehören, was es in dieser Hinsicht gibt.
Wenig später trifft Marcus’ Sohn Commodus (Joaquin Phoenix) ein: Ein geschickter Schwertkämpfer, aber hinterhältig, feige und zudem mit inzestuösen Neigungen seiner Schwester Lucilla (Connie Nielsen) gegenüber gesegnet. Da Marcus ihm die Herrschaft über Rom nicht geben will, ernennt er im Stillen Maximus zu seinem Nachfolger. Aber bevor er es laut erzählt, rastet Commodus aus, ermordet seinen eigenen Vater und gibt den Befehl Maximus zu töten. Was sich recht kurz liest, ist im Film eine ausführliche und dennoch nicht langweilige Einführung der Charaktere, ehe der Film dann bei Marcus’ Ermordung an Tempo zunimmt.
Allerdings kann Maximus die Männer töten, die ihn exekutieren sollen und flieht verletzt zu seinem Landgut – allerdings hat Commodus hier bereits alles niederbrennen und Maximus’ Frau und Sohn ermorden lassen. Nachdem Maximus seine Familie begraben hat, bricht er aufgrund der Verletzung und der Trauer zusammen und wird von einer Sklavenkarawane aufgelesen. Von nun an soll er sein Leben als Gladiator fristen – was dem kampferfahrenen Krieger sogar eine Chance zur Rache bietet.
Die Handlung von „Gladiator“ strotzt nicht vor Wendungen oder Einfallsreichtum, aber sie bietet eine solide Spannung und ist vor allem eines: episch. Und gerade das kommt dem teilweise etwas dünnen Drehbuch mehr als zugute. Denn über kleinere Schwächen und Längen kann die mitreißende Erzählweise dieses Epos mehr als hinwegtäuschen. So fiebert man mit Maximus dermaßen mit, dass man getötete Feinde schon mal mit einem grimmig-zufriedenen Lächeln bedenkt.
Ridley Scott verleiht seinem zweitbesten Film (nach „Black Hawk Down“) zudem die richtige Optik und das passende Flair, um die Spielzeit von ca. 150 Minuten wie im Fluge vergehen zu lassen. Allerdings muss ich aus eigener Erfahrung sagen, dass „Gladiator“ sein absolutes, mitreißendes Feeling nur im Kino entfaltet – da kann selbst die deutsche DVD nicht mithalten, auch wenn sie Referenzklasse ist. Dennoch kommen auch hier alle Facetten des Films zur Geltung, allen voran natürlich die fantastischen Effekte und die opulente Ausstattung, die das antike Rom atmosphärisch wiederaufleben lassen. Zu Recht mit einem Oscar belohnt.
Weiteres Plus sind die Kampfszenen in „Gladiator“, von denen ich mir nur ein paar mehr im Mittelteil gewünscht hätte. Denn hier sind einfach ein paar kleinere Längen und Schwächen, die man am besten durch die Straffung einiger zu ausführlicher Dialogszenen vermieden hätte. Die Kämpfe, meist in der Arena, bieten Auseinandersetzungen in den buntesten Variationen: Einzeln oder in Gruppen, mit den unterschiedlichsten Waffen, mit Streitwagen, mit Tigern etc. Mein persönlicher Fave: Die Nachtstellung der Schlacht um Kathargo (neben der Eingangsschlacht auch wohl die längste Actionszenen des Films). Die Kämpfe sind allesamt wunderbar und temporeich choreographiert wie inszeniert, so dass sie absolute Spitzenklasse sind.
Russell Crowe ist fast so überragend wie in „L.A. Confidential“ auch wenn die Figur des Maximus weit weniger komplex ist. Trotzdem reißt seine Darbietung einfach mit und man durchlebt mit ihm alle Emotionen der Figur. Auch Joaquin Phoenix gibt einen tollen Fiesling ab, der ebenso böse wie charismatisch rüberkommt. In den Nebenrollen kann „Gladiator“ ebenfalls glänzen, u.a. mit Richard Harris, Oliver Reed, Connie Nielsen und Djimon Hounsou („Amistad“). Überraschend gelungen ist die Darbietung des Hollywooddeutschen Ralph Moeller, der als (wie könnte es anders sein?) germanischer Gladiator auftritt.
„Gladiator“ ist ein durch und durch packendes Epos, das nur ein paar kleine Längen und Schwächen hat, aber extrem fesselt und fasziniert.
 | "Surprise me!" BETA |
Zur Übersichtsseite des Films Liste aller lokalen Reviews von McClane
Zurück
 |
 |
|