Eine Kritik von Mountie (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 05.09.2007, seitdem 422 Mal gelesen
Wer kennt sie nicht, die eine Traumvorstellung einer behüteten Kindheit? Wo man durch Krankheit ans Bett gebunden vom Großvater Geschichten Vorgelesen bekommt und dabei vielleicht noch eine heiße Tasse Kakao trinkt. Nun, genau diese etwas Klischeehafte aber nichts desto trotz liebevolle Vorstellung nimmt sich Rob Reiner an um seine Geschichte zu erzählen.
Ein kleiner Junge ( Fred Savage) liegt krank in seinem Bett, und um gegen diesen langweiligen Alltag vorzugehen ist sein Großvater (Peter Falk) gekommen um ihm ein vermeintlich schmalziges Märchen vorzulesen. Die Geschichte handelt von der großen Liebe zwischen Buttercup (Robin Wright Penn) und Westley (Carey Elwes). Doch diese Liebe wird je unterbrochen, denn Westley wird von Piraten entführt und allem Anschein nach ermordet. Und obwohl sie sich geschworen hat, nie wieder jemanden zu lieben, macht sich der böse Prinz Humperdinck daran sie zur Heirat zu zwingen. Das ganze ist wie man sich denken kann nicht ganz so aussichtslos, denn Westley lebt natürlich noch, und macht sich nun, einer Odyssee gleich, auf sie zu retten. Dabei begegnet er einer Diebesgruppe die seine Geliebte entführt haben. Wie dem etwas einfältigen aber bärenstarken Riesen Fezzik, und dem spanischen Fechtmeister Inigo Montoya der sich einst aufgemacht hat seinen Vater zu rächen, der von einem sechsfingrigen Finsterling ermordet wurde.
Und zu guter letzt noch dem arroganten und selbstverliebten Giftmischer Vizzini, mit dem er sich ein Duell der ganz besonderen Art liefert.
Es ist nicht unbedingt die Handlung, die den Film zu etwas ganz besonderen macht. Sie kommt sogar recht üblich daher und bietet kaum wirkliche Überraschungen. Vielmehr sind es die extrem witzigen und selbstironischen Dialoge, die neben den unglaublich leichtfüßig aufspielenden Schauspielern, durchweg überzeugen können. Rob Reiner schafft eine Koexistenz zwischen wunderbar kitschiger Romantik und einem fast schon parodistischen wie auch selbstironischen Humor. Das dies funktioniert ist neben Reiner selbst, den Schauspielern, und vor allem William Goldberg zu verdanken. Es macht einfach Spaß den liebevollen Figuren bei ihren Aufgaben zuzusehen. So ist etwa Fezzik der Riese trotz seiner üblen Machenschaften als Dieb und Entführer, ein durchaus liebenswürdiger Mensch der nur nicht wieder arbeitslos werden will. Selbst den wahren Schurken dieser Geschichte kann man nie wirklich böse sein. Sie brechen ihre an sich strengen Märchencharaktere mit viel Ironie auf, und sorgen somit für ein wenig schwarzen Humor.
Rob Reiner hat mit "The Princess Bride" eine wunderbare und augenzwinkernde Hommage an die alten Märchen von z.B. Andersen und Grimm geschaffen. Und ähnlich wie Jim Henson mit seiner TV-Serie "The Storyteller", ist der Film auch eine Liebeserklärung an den "Märchenonkel", und des Geschichtenerzählens an sich. Nicht vergessen sollte man den Soundtrack von Mark Knopfler, der vor allem in romantischen Szenen mit besonders süßlich und sentimental eingesetzten Geigen wie die Faust aufs Auge paßt. Ein Film für die ganze Familie? Ich würde sagen ja. Auch wenn viel von dem etwas hintergründigen Humor nicht jedes Kind verstehen wird, ist nichts desto trotz genügend "Magie" und Action in dem Film um auch die Jüngsten zu unterhalten. Als Erwachsener sollte man schon eine Vorliebe für Fantasie und natürlich dem alteinhergebrachten Märchen, mit all seinem Kitsch und den Heldengeschichten, haben um gefallen daran zu finden.