Eine Kritik von deadlyfriend eingetragen am 11.09.2009, seitdem 272 Mal gelesen
Der niederländische Regisseur Rudolf van den Berg dem 1992 mit "Das Zeichen" ein überaus gelungener Horrorfilm geglückt ist, versuchte sich 3 Jahre später an dem Dürrematt Stoff "Das Versprechen".
Er verlegte die Geschehnisse ins ländliche Osteuropa und erreichte dadurch ohne großen Aufwand, eine von sich selbst getragene ungemütliche Umgebung. Alles wirkt ein wenig zerfallen und man schaut sich fragend nach einem "Hostel" um. Als Romanadaption kann man es allerdings etwas weniger sehen, da er sich eher an die Filmvorlage "Es geschah am hellichten Tag" aus dem Jahre 1958 orientiert. Viele Szenen verlaufen 1:1, allerdings werden die Charaktere etwas anders dargestellt ohne diese wirklich tiefgründig zu beleuchten. Einige Änderungen sind aber interessant umgesetzt. Beispielsweise ist der Mörder niemand der von seiner Frau unterdrückt wurde, sondern ein Kinderarzt der deutliche psychische Probleme hat. Besonders gelungen ist die Einstellung mit den 4 Kinderpuppen bei ihm zu Hause, die es einem wirklich eiskalt den Rücken runter laufen läßt.
Trotzdem kann er das Original zu keiner Zeit erreichen. Richard E. Grant und Simon Cadell bemühen sich zwar redlich, aber an das Spiel von Rühmann und Fröbe kommen sie zu keiner Zeit ran.
Auch das Ende wirkt ein wenig überkonstruiert und tut den vorhergehenden 90 Minuten keinen Gefallen. Trotzdem ist ein durchaus brauchbarer Thriller entstanden, den man sich anschauen kann. Nötig war er natürlich nicht und wenn man die Möglichkeit hat das Original zu sehen, sollte man das in jedem Fall vorziehen.
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