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Hollow Man 2 (2006)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 15.09.2006, seitdem 653 Mal gelesen
„Hollow Man“ spielte solide was ein, war aber kein riesiger kommerzieller Erfolg, doch es reichte immerhin, um ihn sechs Jahre später direct to video zu versequeln.
Natürlich hat das damalige Fiasko dem Militär nur unwesentlich zu denken gegeben, also testete man weiter und erschuf sich einen unsichtbaren Attentäter für Spezialaufgaben. Dieser braucht jedoch ein spezielles Serum, einen Buffer, damit ihn die Substanzen nicht umbringen, doch als der Unsichtbare, Michael Griffin (Christian Slater), durchdreht, will ihm das Militär diese Substanz nicht mehr verabreichen, sondern ihn loswerden. Soweit die Vorgeschichte, die man nicht sieht, die jedoch in einigen Dialogen und kurzen Rückblenden im Verlaufe des Films erzählt wird.
Also sucht Michael nun nach den Wissenschaftlern, die das Zeug ursprünglich herstellten, um Nachschub zu bekommen. Dr. Maggie Dalton (Laura Regan) hat die Formel, wird jedoch unter Polizeischutz gestellt. Als der Unsichtbare dabei Lisa Martinez (Sarah Deakins), die Partnerin von Frank Turner (Peter Facinelli) ermordet, hat dieser persönliches Interesse daran, das Treiben zu beenden...
Außer der Idee mit dem Unsichtbaren hat „Hollow Man 2“ mit dem Vorgänger kaum etwas gemein. Der Killer ist schon unsichtbar, also wird das interessante Gedankenspiel des ersten Teils (Wie würde man sich verhalten, wäre man unsichtbar?) gar nicht erst aufgegriffen. Mit der Logik hapert es auch gewaltig: Michael könnte sich unbemerkt im Haus umsehen, ermordet dann aber Lisa, was zu unnötigem Aufsehen führt und dazu, dass er mit Frank einen persönlichen Feind hat. Solche Schwächen ziehen sich durch den ganzen Film, teilweise nur um mehr Blut zu zeigen (oder warum liegen drei tote Security Beamte herum, wenn Michael an diesen einfach vorbeischleichen könnte).
Problematisch ist jedoch vor allem der dürftige Plot, der mal wieder nichts weiter bietet als die übliche Fluchtgeschichte, bei der das Duo natürlich nicht nur vom Übelwicht, sondern auch von den Behörden gehetzt wird. Maggie hat natürlich eine Schwester, die kann ganz prima in Gefahr geraten, der eine oder andere Informant hilft den Flüchtenden aus und bezahlt dafür mit dem Leben usw. Hier ist fast jedes Klischee versammelt, Drive kommt nur selten auf und es ist schon dreist, wie das Ende noch Raum für ein weiteres Sequel lässt.
Das wäre nicht ganz so schlimm, würde „Hollow Man 2“ wenigstens ordentlich Schauwerte bieten, aber scheinbar hatte man bei Columbia schon die Software für die Tricks vom Rechner gelöscht oder eine andere Firma als beim Erstling dafür beauftragt. So sind viele der FX ziemlich billig gemacht (man vergleiche nur die Transformationsszenen) und die Szenen mit dem Unsichtbaren sind dünn gesät: Konzentrierte sich der erste Teil auf seine Titelfigur, so ist er in der Fortsetzung bloß der Fiesling, der gelegentlich auftaucht.
Doch trotz aller Unkenrufe hat „Hollow Man 2“ doch einige Vorzüge, denn er ist sorgfältiger als manch anderes direct to video Sequel gemacht. Vor allem das erste Drittel zeigt Potential, z.B. die Auftaktsequenz, in der Michael einen Wissenschaftler bei einem Bankett blamiert, Infos aus ihrem herauspresst und diesen anschließend auf sehr kreative Weise (Kehlenschnitt mit einer Handy-Platine) ins Jenseits befördert. Auch der Kampf Sonderkommando vs. Unsichtbarer macht was her und der Showdown weiß trotz seiner Kürze zu gefallen. In den Actionszenen zeigt sich stets, dass hier deutlich mehr möglich gewesen wäre, nur leider konzentriert sich „Hollow Man 2“ auf seine langweilige Geschichte.
Christian Slaters Karriere ist eh auf einem Tiefpunkt, da war er billig zu haben, dürfte aber auch nur wenige Tage am Set gewesen sein. Nur wenige Minuten ist er tatsächlich zu sehen, die paar Dialogzeilen kann man auch an einem Tag aufnehmen und in den Unsichtbarenszenen kommen oft Stand-Ins ins Spiel, wie das Bonusmaterial zeigt. Dabei spielte Kevin Bacon im Vorgänger in den Unsichtbarszenen meist selbst. Peter Facinelli und Laura Regan reißen ihre Rollen ganz ordentlich herunter, aber mehr als bessere Routine können auch sie nicht bieten, denn sie gewinnen kaum Profil.
Dank der Actionszenen und der guten Inszenierung ist „Hollow Man 2“ immerhin noch unterdurchschnittlich, die Tricks können jedoch kaum gegen den Vorgänger anstinken und das Script ist ein klischeehafter Langweiler.
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