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Phantom Kommando (1985)

Eine Kritik von Ebert (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 12.02.2003, seitdem 1518 Mal gelesen


Wow! Was ein Gurkenfilm! Und das die JK diese „Mord- und Metzelorgie“ ohne Schnitte freigegeben hat, zeigt leider auch ein wenig die Dehnbarkeit von Zensur. Sei’s drum: wer sein Hirn ausschaltet, kann diesen Schlocker durchaus genießen. Was macht Phantomkommando zum Hobler für zum Partykracher?

Schon zum Anfang geht die Post ab: ein netter Ehemann hat vergessen den Müll rauszubringen. Sollte ja auch die Frau machen. Dies Rache für diesen verkappten Emazipismus: einige Kugeln in die Brust (in fröhlicher Großaufnahme). Weiter geht’s in einem Autohaus: ein baumlanger Afrikaner kauft ein. Was bleibt übrig: ein toter Autohändler, der seinen Dreck zu teuer an den Mann bringen wollte und nun ins Gras beißt.

Alle diese Morde sollen dem Zuschauer suggerieren: dieser Film ist hart. Natürlich würde jetzt jeder, der nicht vorbestraft ist und seinen Hauptschulabschluss nachgemacht hat, sagen: nur Gewalt ist Scheisse, wo bleibt die Logik? Und die wird bald geliefert:

Arnold hat eine schnuckelige Tochter (Alissa Milano, die in Wer ist hier der Boss noch knusprig war, leider auf Video nur noch Nonnen-Lesben-Krimi’s dreht => voll die abgebrochene Existenz). Arnold selber, beim Holzhacken mit Frostbeulen in den Armen, wird bald von dem Pack belagert. Seine Tochter wird entführt, und es gibt nur eins: das Pack muss dran glauben. Er wird in ein Flugzeug gesetzt, und soll den Präsidenten einer Bananenrepublik ermorden, im Tausch gegen seine Tochter.

So, nachdem Arnold im Flugzeug sitzt, und seinem Begleiter, der Arnold bedrohte, gleich fett das Genick gebrochen hat, springt Arnold aus dem Flugzeug und veranstaltet ein Massaker der besonderen Art: Birne angesägt mit fliegendem Blatt, Beil in die Brust, Arm ab, erschossen, erstochen, hach, das macht sogar den Juristen der JK-Kommission ein Heidenspaß. Und weil es so schön ist, und alle Lumpen dreckige Soldaten und Kinderentführer wieso Abfall sind, darf in quasi Notwehr geschlachtet werden.
Der beste Spruch wird von Arnold abgelassen, als er am Ende sein Tochter auf dem Arm trägt: „No way“. Das wollen wir, das lieben wir: tiefstes Niveau, saubere, notwendige Gewalt, ein gutes Ende. Ein prima Szenario auch für den Irak, in den Bush seine fröhlichen Truppen schicken wird, um in Notwehr fröhlich Kinder und Frauen zu erlösen.

Der Film an sich ist eine echte Zumutung, aber geschnitten was er noch mehr Zumutung. Aber mehr als einmal halte ich diesen Mist nicht mehr aus.

Fazit: Ein nivellierender Film, in dem gerechtfertigte, notwendige Gewalt eingesetzt wird, um dummen Diktatoren mal richtig den Marsch zu blasen. Das Ansehen wird empfohlen vor dem 2. Golfkrieg und im Umgang mit Strassenräubern.

4 Punkte: 2 für hervorragende Konfliktlösung
2 für größten amount an Leichen in einem JK- freigegeben Film


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