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Superman Returns (2006)
Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 4/10) eingetragen am 09.02.2007, seitdem 599 Mal gelesen
Für die Regie des dritten „X-Men“-Films heuerte man Brett Ratner an, der eigentlich Stammregisseur Bryan Singer wollte lieber sein Wunschprojekt „Superman Returns“ verwirklichen.
Clark Kent alias Superman (Brandon Routh) hat mittlerweile einen 5jährigen Urlaub auf den Resten seines Heimatplaneten eingelegt, zwecks Ahnenforschung und ähnlicher Sachen. Mitsamt Meteor brettert er dann jedoch zurück zur Erde, um seine alte Bestimmung als Held zu verfolgen. Lois Lane (Kate Bosworth) hat inzwischen jedoch einen anderen, außerdem noch ein Kind und stellt in einem Zeitungsartikel gar die Frage, ob die Welt Superman überhaupt braucht. Damit ist schon klar: Hier wird es mehr um die privaten Probleme Supermans gehen.
Lex Luthor (Kevin Spacey) ist derweil aus dem Knast freigekommen, hat sich eine reiche alte Schachtel geangelt, die auch fristgerecht zum Auftauchen Supermans das Zeitliche segnet, damit Luthor nun genug Knete hat neue fiese Pläne zu schmieden. Bei den Szenen mit der lieben Verwandtschaft scheint Singer jedoch einen eigenen Stil zu vernachlässigen, stattdessen wirken die Szenen arg von Tim Burton kopiert, vor allem auf „Batman Returns“ getrimmt, was nicht unbedingt ein gutes Licht auf Singer wirft.
Mit der neu verdienten Knete krallt sich Luthor jene Rest der außerirdischen Kristalltechnologie, die damals mit Superman auf die Erde kamen. Insofern ist es nur eine Frage der Zeit bis die Welt Superman wieder braucht...
Da „X-Men 3“ den Vorgängern unterlegen war, hatte man erwartet, dass Singer mit „Superman Returns“ eine dufte Comicverfilmung hinlegen würde, doch leider ist das Ergebnis enttäuschend schwach. Singers Regie rettet jedoch, was zu retten ist. Nach der Klauerei zu Beginn (siehe oben) findet er zu seinem eigenen Stil zurück und bebildert das Geschehen optisch meist eindrucksvoll, während das Script leider auf ganzer Linie versagt.
„Superman Returns“ gehört nämlich mal wieder zu jenen Filmen, die absolut keine Berechtigung haben zweieinhalb Stunden zu gehen. Selbst für einen 90minüter hätte das Drehbuch wenig herzugeben, doch hier wirkt die Chose arg gestreckt. Unnötige Jugenderinnerungen tauchen unmotiviert auf (und sehen aufgrund von übertriebenem CGI-Einsatz auch noch scheiße aus), Lois und Superman schmachten sich wechselseitig an, walzen die Probleme ihrer Beziehung endlos und ehe der Bösewicht dann mal aktiv wird, sind schon fast anderthalb Stunden um. Auch ausgewalzt bis unnötig ist der Nachklapp, in dem Superman aufgepäppelt werden muss – als ob sein Überleben je bezweifelt würde, so einfach gibt keiner die Franchise auf.
Zwischen zu langem Auftakt und zu langem Nachklapp sieht es dann etwas besser aus, doch auch hier krankt „Superman Returns“ an mehreren Stellen. In der Mitte besteht der Film fast nur aus Rettungen in letzter Sekunde, meist durch Superman. Das Duell gegen den Superschurken, wenn man es überhaupt so nennen darf, besteht dann daraus, dass Superman erst kräftig aufs Maul bekommt, im zweiten Anlauf direkt die bösen Pläne durchkreuzt – mehr nicht. Luthor stellt er auch nicht, der wird durch poetische Gerechtigkeit kaltgestellt.
Zudem ist Superman als quasi unbesiegbarer Charakter eh meist eine wenig aufregende Angelegenheit und genug Gegner hat er nicht. Zwischendurch nimmt er ein Bankräuber fest, rettet ein paar Leute vor Flammen, herunterfallenden Gegenständen usw. Luthor hat nur drei Handlanger, die ein paar Miniaufgaben bekommen, um dann im Finale sang- und klanglos von einem herunterfallenden Felsbrocken zermatscht werden. Hinzu kommt, dass „Superman Returns“ fürchterlich CGI-verseucht ist, wenn es Superman abstürzende Flugzeuge aufhält und ähnliche Dinge tut, wirkt es furchtbar unecht und daher kaum spektakulär. Dies zieht sich jedoch durch den ganzen Film: Diverse Hintergründe und Szenen sind komplett animiert, obwohl es nicht immer sein müsste.
Das Privatgeschmu zwischen Superman und Lois ist wenig interessant, wie die Chose endet ist klar und wer nun der Vater des Lane-Sprösslings ist, Superman oder der Neue, kann man sich auch schon denken. Auch unschön sind die Unstimmigkeiten im Film: Landet Superman nur auf dem neu Kristallkontinent, ist er so schwach, dass er die Fresse von Luthors Leuten poliert bekommt, hebt er das Ding ins Weltall schwindet seine Kraft nicht – obwohl die Kryptonitstacheln fast durchbohren (er schwächelt nur wegen dem Splitter in seiner Wunde).
Brandon Routh mag Christopher Reeve ähnlich sehen, spielt aber hölzern und könnte auch computeranimiert sein (in vielen Szenen ist er es ja auch). Kate Bosworth ist Standard, James Marsden als neuer Mann an ihrer Seite ebenso. Parker Posey overactet oft, gehört aber zur Rolle, insofern ist sie ganz OK, so wie die meisten anderen Darsteller. Einziges Highlight ist Kevin Spacey: Als Superschurke mit schlagfertigen Onelinern spielt er alle an die Wand und hat sichtlich Spaß an der Rolle.
„Superman Returns“ ist eine ziemliche Enttäuschung, die dank Singers Inszenierung ansatzweise unterhaltsam ist. Der übermäßige CGI-Bombast ermüdet jedoch, das Script ist kaum spannend und gibt für rund 150 Minuten nicht genug her, da hilft auch ein großartiger Kevin Spacey nicht.
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