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Superman Returns (2006)

Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 09.08.2007, seitdem 265 Mal gelesen


Zunächst mal muss ich den Produzenten dieses Films meinen Respekt aussprechen. Nach so vielen Jahren nicht einfach nur einen neuen Superman drehen, wie es die Batman-Macher taten, sondern trotz des Flops vom 4. nach all den Jahren eine echte Fortsetzung zu drehen ist mutig und kosequent. Toll auch das Titelmusik und Titelsequenz beibehalten wurden. Das steigerte die Erwartungshaltung natürlich enorm. Und kleine Fehler wie die Präsenz der Erdenmutter trotz ihres Todes im 4. Teil (oder wars der 3.? ist schon was her) könnte man leicht übersehen. Der Film schwächelt an anderen Dingen.
Der Film wirkt zunächst mal nicht echt. Noch extremer als in den Spider-Man-Filmen wirkt Superman bei seinen Einsätzen zu computeranimiert. Alles um ihn rum wirkt in vielen Szenen ebenfalls zu unecht, weil es, ähnlich wie im "Sky Capain And The World Of Tomorrow" noch einmal mit dem Computer bereinigt oder gar komplett am Computer animiert wurde. Und das ätzendste von allem: Die Gesichter sind so extrem überarbeitet wie die Covergirls der TV Spielfilm (hier wie da unerträglich, gibt es nur noch geklonte und unechte Schönheit in den Medien?).
Das Casting ist ok, es war in den alten Filmen ja auch nicht bahnbrechend. Beobachtet man allerdings mit wieviel Freude seinerzeit Luther gespielt wurde und wie lahm Spacey diesen spielt geht einiges der Atmosphäre seiner Szenen flöten, wenngleich diese auch recht humorvoll umgesetzt sind. Überhaupt fehlt es dem Film nicht am Humor der alten Werke. Louis Lane ist im neuen Film sogar besser besetzt als einst. Das Schauspiel des neuen Superman ist auch nicht besser oder schlechter, als das von Christopher Reeve, beide waren keine DeNiros, allerdings fand ich die Klamaukszenen des trotteligen Clark Kent bei Reeves lustiger.
Warum Superman weg war, warum er wieder da ist und was alles so passiert ist währenddessen ist unspektakulär und einfallslos. Der Film selber dümpelt nur so dahin ohne echte Höhepunkte. Er baut langsam auf, wie seinerzeit der erste, leider ohne dessen Spannung oder Atmosphäre zu erreichen. Ok, der Film ist guckbar, aber er ist Routine. Und das auf 140 Minuten macht das "guckbar" zu einer Bewährungsprobe der Geduld des Zuschauers.
Superman war schon immer der aalglatteste aller Superhelden. Es verwundert also nicht, dass keine Fragen gestellt werden in Bezug auf die fragliche Bush-Regierung oder gar die komplette neue Moral, die in den 90ern entstand. Superman hilft einfach, hat Verständnis für die Schwächen der Menschen, blablabla. Schade, mehr Mut hätte den Film retten können.
Widersprüche zu Teil 2 finde ich unverzeihlich: Supermans toter Vater erklärte seinem Sohn damals, er dürfe nur dann eine Beziehung zu einer Erdenfrau führen, wenn er seine Kräfte ablegt. Im neuen Teil entpuppt sich Louis Kind plötzlich als das vom Kryptonalien. Was soll denn sowas? Das mag alles Korintenkackerei sein, aber wenn man auf der einen Seite Respekt vor den alten Filmen zeigt, sollte man die ureigene Supermankultur nicht ignorieren oder auf Kosten neuer Ideen und jungem Publikums verraten. Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre käme der Film über seine Mittelmäßigkeit nicht hinaus. Was nutzt Effektkino wenn es nur am Computer entsteht und hinterher nur wie ein Computerspiel aussieht? Und das dazu noch in einem Blockbuster. Die Jurassic Park-Dinos würden sich schämen!


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