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Teufel tanzt weiter, Der (1980)

Eine Kritik von Cuno (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 14.01.2005, seitdem 244 Mal gelesen


Fünf junge Leute sind in den Bergen von Sharon Wood verschollen. Der schwer entstellte Professor Nugent erzählt Inspektor Slack eine unglaubliche Geschichte : er war mit den fünf Studenten Carla Thomas, Linda, Gerry, Pete und Roy zu einer Expedition in die Wälder aufgebrochen, um einem Gerücht nachzugehen, dass dort ein Monster leben soll, dem schon mehrere Personen zum Opfer gefallen sind. Oder sind es doch Menschen, die diese Taten verübt haben? Bald wird klar, dass diese Frage nur von der jungen Crazy Wanda (Melanie Graham) beantwortet werden kann, die einst ihr Baby verlor und deren Vater sich selbst verbrannte...

Natürlich hat der Film - obwohl es der deutsche Titel "Der Teufel tanzt weiter" suggeriert - rein gar nichts mit Sam Raimi´s Kultfilm "Tanz der Teufel" zu tun, im Original heisst der Film "Night of the demon". Der deutsche Titel ist nur deshalb gewählt worden, um etwas von dem (berechtigten !) Hype, der in den 80er Jahren um "Tanz der Teufel" gemacht wurde, zu profitieren. Eines zumindest haben die Filme gemeinsam: wie sein "Vorbild" hatte auch "Der Teufel tanzt weiter" grosse Probleme mit den deutschen Zensurbehörden und am 26.6.1989 wurde die Beschlagnahmung durch das AG Coesfeld ausgesprochen. Übrigens: man sollte den Film auch nicht verwechseln mit "Night of the demons" von Kevin Tenney aus dem Jahre 1987.

Man braucht sicher nicht weiter auszuführen, dass der vorliegende Film auch qualitativ nichts mit Raimi`s Meisterwerk zu tun hat. Im Gegenteil: nach etwa 10 Minuten, sobald man erstmalig das Monster aus dem Wald zu sehen bekommt und vor allem sobald man das Geschehen aus der Sicht des Monsters sieht (über das Bild wird einfach ein Rotfilter gelegt !) befürchtet man einen der ganz miesen Trashfilme vor sich zu haben. Aber diese Befürchtung bewahrheitet sich glücklicherweise nicht : Trash ja, aber ganz so mies ist der Film nicht. Er unterhält ganz manierlich (zumindest wenn man als Zuschauer einen Hang zum Trash mitbringt ). Zumindest kann man sagen, dass Leute, die es geschafft haben solche "Genreperlen" wie "Crying Fields" oder "Forke des Todes" bis zum Schluss durchzuhalten, ganz gut unterhalten werden dürften.

Der Regisseur James C. Wasson bemüht sich sogar, dem Zuschauer auf dem Weg durch den Film ein paar Rätsel mit auf den Weg zu geben, indem er die Frage aufwirft, ob tatsächlich ein Monster oder die Anhänger Mcgintys für die Morde verantwortlich sind. Ganz gut gemacht finde ich auch, dass die Geschichte um die Expedition in die Wälder von Sharon Wood eingebettet wird in die Rahmenhandlung im Krankenhaus. Natürlich ist die Story insgesamt aber viel zu vorhersehbar und einfach zu banal um wirklich zu fesseln. Besonders aus dem Ende hätte man viel mehr machen können und die gesamte Geschichte etwas mysteriöser gestalten können. Der Score von Fred Gensburg erfüllt im grossen und ganzen seinen Zweck, nur selten wird der Bogen etwas überspannt, wie beim Abspann, bei welchem man verzerrte Töne unterlegt mit Monster-Gegrunze lauschen darf - das geht ziemlich schnell auf die Nerven. Über die deutsche Synchro darf man getrost den Mantel des Schweigens hüllen.

Was den Gore-Gehalt angeht, muss man sagen, dass die Morde zwar durchweg trashig sind, für einen Film dieses Kalibers aber durchaus zufriedenstellend. Der Film ist mit Sicherheit um einiges härter als die ganz harmlosen § 131er wie "Nightlife", "Terror at Tenkiller", "Halloween 2", "X-Ray" und wie sie alle heissen. Eine Splattergranate ist der Film aber keinesfalls.

Fazit: der Film ist ganz weit davon entfernt ein Meisterwerk zu sein, doch er bietet Splatterfans, die vor Trash nicht zurückschrecken, 92 Minuten solide Unterhaltung.


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