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Ansicht eines Reviews
Teufel tanzt weiter, Der (1980)
Eine Kritik von Max Con Carne II. eingetragen am 28.11.2009, seitdem 297 Mal gelesen
Horrorfilme über den legendären Bigfoot sind nicht nur sehr rare gestreut. Kann man dennoch ein Exemplar auftreiben, so verbirgt sich meist bizarrer Schlock vom Kaliber "Shriek of the Mulitated" dahinter. Auch "Night of the Demon" (OT), der erste und einzige Film eines gewissen James C. Wasson, reiht sich da nahtlos ein. Lange Zeit war der Streifen nur schwer erhältlich und daher ein gefragtes Sammlerobjekt. Dank einiger Neuauflagen in den vergangenen Jahren hat sich das Ganze jedoch wieder etwas relativiert.
Ein Professor begibt sich mit seinen Studenten in ein einsames Waldstück, wo ein Bigfoot mehrere Morde begannen haben soll. Bald kommen sie an die Hütte der geistig verwirrten Vanda, die vor Jahren eine ominöse Missgeburt in die Welt gesetzt hat, die nun in den Wäldern herumschwirrt. Am Ende begegnet die Gruppe tatsächlich einen großwüchsigem Monster, das in Vanda´s Behausung bald ordentlich Ramba-Zamba macht...
Der deutsche Titel spielt natürlich unverkennbar an den Klassiker von Sam Raimi an, wobei zumindest für mich nachvollziehbar ist, wie es zu so einer Namensgleichheit kommt: So wurde "Night of the Demon" bereits 1980 gedreht, "Tanz der Teufel" erst ein Jahr später. Die deutsche VÖ des Wasson-Werks fand jedoch erst nach der des Raimi-Streifens statt...
Wie dem auch sei, so hat sich "Der Teufel tanzt weiter" mit Sicherheit nicht aufgrund seiner filmischen Qualitäten einen Namen gemacht, sondern dadurch, eine Trash-Granate sondersgleichen zu sein. Allerdings eine, bei der kaum wie woanders Licht und Schatten so nahe beieinander sind wie hier: zum einen ist "Night of the Demon" phasenweise wirklich sterbenslangweilig und zum Discount-Preis produziert. Die "Darsteller" sind grottenschlecht, der Professor sieht eher aus wie ein Disco-Dandy. Himmelschreinend dämliche Dialoge oder peinlich agierende Knallchargen stehen zudem auf dem Programm: so haben die Protagonisten nichts anderes zum tun, als im dunklen Wald völlig zu vögeln, während jede Sekunde das Monster auftauchen könnte. Ein Gewehr nimmt man mit, aber nicht die Munition; bei Nacht läuft volle Pulle das Radio - Lagerfeuergemütlichkeit mit inbegriffen.
Auf der anderen Seite sind es jedoch wieder die abstrusen Einfälle, die "Night of the Demon" vor dem Absaufen retten. Einige Szenen sind längst zum Kult geworden (ich sag nur pinkelnder Mopedfahrer), außerdem gibt es in der Uncut-Version eine extra Ladung Hackfleisch mit Lebensmittelfarbe. Bei der Sexszene im Hinterteil des Van hommagiert Wasson ganz nebenbei das DriveIn-Kino der Siebziger. Noch einen drauf setzt der Flashback, in der man Vanda´s Kindheit, ihr Verhältnis zu ihrem religiös-fanatischen Vater sowie die Geburt der Kreatur sieht. Der Bigfoot selbst sieht aus wie ein zerfetzter Bettvorleger. Bemerkenswert ist, dass die Gestalt von Shane Dixon gespielt wird, zu Lebzeiten einer der meistgefragtesten Stuntmen Hollywoods.
Tja, wie soll man einen Film wie "Der Teufel tanzt weiter" letztendlich bewerten? Die Antwort: am besten gar nicht! Auf der einen Seite wirklich stinklangweilig, auf der anderen bizarrer Kult der ganz eigenen Sorte. Ein Film, der jenseits von gut und böse ist.
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