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Carrie - Des Satans jüngste Tochter (1976)

Eine Kritik von Schilli (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 09.10.2006, seitdem 400 Mal gelesen


Hätte ein damals noch vollkommen unbekannter Schriftsteller Namens Stephen King 1974 mit seinem ersten Werk nicht die Romanvorlage und Regisseur Brian de Palma diese Filmische Umsetzung geliefert, könnte man „Carrie“ bis zu einem gewissen Zeitpunkt leicht als die Geschichte vom hässlichen Entlein mit der Wandlung zur Schönheitskönigin ansehen. Was dem Zuschauer dann jedoch geboten wird, ist meiner Meinung nach bis heute immer noch ein Vorreiter was Rachefeldzüge angeht. Nach über 30 Jahren hat „Carrie“ rein gar nichts an seiner Faszination verloren und gilt nicht zu Unrecht als einer der Kultfilme was das Horror-Genre betrifft.

Der Film geht ohne große Umwege gleich ins wesentliche und offenbart dem Betrachter ziemlich früh die große Macht, welche Carrie dank ihre Telekinese besitzt. Inzwischen wurde diese angebliche Fähigkeit Dinge nur mit Gedankenkraft in doch so einigen Filmen, wie z.B. Poltergeist angewandt. Jedoch könnte man „Carrie“ als einen der großen Vorreiter diesbezüglich ansehen. Das der Film nicht nur diesbezüglich seiner Zeit weit voraus war, ist auch deutlich an der, für damals neuartige, hervorragenden Kameraführung, insbesondere bereits damals verwendeter Splitscreens. Genau diese Kameraführung sowie die musikalische Untermalung heben den Film aus der großen Masse der Horrorfilme der 70er Jahre hervor.

Mit Darstellern wie Sissy Spacek („JFK – Tatort Dallas, „The Ring 2“), John Travolta („Face off“, „Pulp Fiction”) und Nancy Allen liest sich die Liste der Darsteller in der heutigen Zeit als sehr gute Besetzung. Zum damaligen Zeitpunkt standen jedoch noch viele am Beginn ihrer Karriere. Besonders hervorzuheben ist allerdings Sissy Spacek, welche ihre Rolle als zutiefst verletzten und eingeschüchterten Rachengel nahezu perfekt darstellt.Des weiteren verzeiht man dem einen oder anderen Darsteller auch die eine oder andere nicht perfekte Szene. Ganze Arbeit leistet jedoch Regisseur Brian de Palma, welcher 1976 auch noch einige Jahre von Meisterwerken und Meilensteinen der Filmgeschichte wie z.B. „Scarface“, „Untouchables“ oder „Carlito´s Way“ entfernt war.

Alles in allem ist „Carrie“ ein Horrorfilm im klassischen Stil, welchen man als Fan des Genres unbedingt gesehen haben muss. Es handelt sich dabei mit Sicherheit neben „Shining“ und „Die Verurteilten“, um nur zwei zu nennen, um die erste und auch gleichzeitig eine der besten King – Verfilmungen mit für damalige Verhältnisse guten Effekten und einer einwandfreien Kameraarbeit. „Carrie“ ist ein etwas verstörtes Drama, welches den Zuschauer einerseits traurig und betroffen, anderseits wütend macht. Meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Film des Horror-Mystery – Genres.


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