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Léon - Der Profi (1994)

Eine Kritik von Kane McCool (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 17.01.2005, seitdem 573 Mal gelesen


"Leon - Der Profi" ist nicht nur Luc Bessons (Nikita) bester Film, sondern hat auch eine von Jean Renos (Ronin) besten Rollen inne.

Präzise und professionell erledigt Hitman Leon (Jean Reno) die Aufträge für seinen Chef, den italienischen Mafioso und Restaurantbesitzer Tony (Danny Aiello). Als er zufällig miterlebt, wie der korrupte Cop Stansfield (Gary Oldman) seine Nachbarn kaltblütig abschlachtet, hält sich Leon bedeckt. Doch die 12-jährige Mathilda (Natalie Portman), die das Massaker an ihrer Familie überlebt, findet Unterschlupf bei ihm. So gibt der Profi die selbst gewählte Einsamkeit auf. Er lässt sich sogar von dem Mädchen zu einem Deal überreden: Sie lehrt ihn lesen und schreiben, er bildet sie zur Killerin aus. Eiskalt bereitet Mathilda mit Leon ihren Rachefeldzug gegen Stansfield vor.

Wie schon im Vorwort erwähnt, hat Jean Reno hier eine seiner besten Rollen inne. Er spielt Leon sowohl stark als auch mit Schwächen. Reden tut er dabei nicht viel, was aber auch nicht schlimm ist. Trotz ihrer 12 Jahre gibt Natalie Portman (Hautnah) hier ein erstaunlich gelungenes Film-Debüt. Für ihr Alter spielt sie die Rolle wirklich nicht schlecht, auch wenn ihr Charakter eher zu einer 18-jährigen passen würde. Gary Oldman (Im Vorhof der Hölle) ist wieder einmal ein genialer Schurke, der sogar mit Alan Rickman in "Stirb langsam" mithalten kann. Besonders gefallen hat mir jene Szene, wo er Mathildas Familie im Takt zu Beethovens Musik ermordet.

Luc Besson bietet hier solide Action mit blutigen Shoot-Outs, auch wenn diese nicht allzu tragend für den Film ist. Dennoch wirkt die Action nie wie ein blosser Zeitfüller, wie das bei anderen Filmen der Fall ist. Klar hat der Film etwas an Pädophilität, die man auch einigen anderen französischen Filmen anmerkt, doch geht sie hier eher vom Kind aus als vom Erwachsenen. Doch merkt man dadurch, dass die Franzosen irgendwie doch einen an der Klatsche haben. Wunderlich nur, dass die prüden Amerikaner sich über die leicht pädophile Beziehung zwischen Leon und Mathilda nicht wieder künstlich aufgeregt haben.

Mag Luc Besson zwar einer der großen Regisseure Frankreichs sein, kann ich außer "Das fünfte Element", "Johanna von Orleans" und diesem hier seinen Film nicht wirklich was abgewinnen. "Nikita" ist für mich z.B. kein wirklich guter Film, da dort die Hauptdarstellerin einfach lächerlich ist. Da hat mir das US-Remake "Codename: Nina" mit Bridget Fonda (Jackie Brown) viel besser gefallen.

Darum ist "Leon - Der Profi" auch Bessons bestes Werk, mit dem seine anderen Filme nicht mithalten können. Eine Fortsetzung kann es natürlich nicht geben, es sei denn, sie heißt "Mathilda - Die Profi-Killerin", wo Natalie Portman als erwachsene Frau Leons Job übernimmt. An sich keine schlechte Idee, oder?


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