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Léon - Der Profi (1994)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 31.10.2001, seitdem 3621 Mal gelesen


Perfekter Mix aus Thriller und Drama mit 2 zauberhaften Hauptdarstellern.

Story:
Der stille und schüchterne, weldfremde Berufskiller Leon (Jean Reno) beobachtet wie in seiner Nachbarwohnung eine komplette Familie von korrupten Polizisten ausgelöscht wird. Als die jüngste Tochter Mathilda nach Hause kommt, sieht sie die Mörder und die Toten. Sie klopft bei Leon an, um die Killer zu täuschen und zu überleben. Dieser lässt sie hinein. So entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem lebenslustigen Mädchen und dem verschlossenem, aber sympathischen Killer. Während Mathilda ihm lesen und schreiben beibringt, bringt er ihr das Töten bei. Sie will die Morde rächen........
Mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail inszeniert Luc Besson diese ungewöhnliche Freundschaft. Beide Figuren werden sehr intensiv vorgestellt. Mit viel Sorgfalt wird ihre Beziehung ausgebaut. Was anfangs eine Notsituation ist, entwickelt sich zu einer Freundschaft, später sogar zu einer Partnerschaft. Die Morde spielen da nur eine sekundäre Rolle. Für einen Mainstreamer ist das Ende untypisch, aber gut und passend. Denn als man dachte, dass als gut wird.... perfekt umgesetzte Story.

Musik:
Der Film wird mit seiner einfühlsamer und trauriger orchestralen Musik untermalt. Größtenteils geschieht das mittels trauriger Geigenmusik, die dem Zuschauer wirklich ans Herz geht. Das merkt man besonders beim Ende, das wirklich an die Nieren geht. Nur zum Ende hin, bei der Erstürmung der Wohnung wird auf etwas militärisch zackige Musik gesetzt. Vor allem dieses metallische „Wassertropfenploppen“ ist ungemein spannungsfördernd.

Atmosphäre:
Für einen Thriller, wird in diesem Film ungewöhnlich viel auf eine dramatische Traurigkeit gelegt. Wer hier einen explosiven Actioner und massenweise blutige Morde erwartet, wird enttäuscht. Statt dessen werden die beiden unterschiedlichen Außenseiter in den Vordergrund gestellt. Mit Interesse verfolgt man die Wandlung der beiden Figuren. Mathilda wird schnell erwachsen und der unbeholfene Leon kämpft mit seiner Unbeholfenheit und seinen Gefühlen.
Die nicht allzu häufigen Morde sind gut in Szene gesetzt und entlocken dem Zuschauer hier und da auch ein Lächeln. Das Ende gehört zu den traurigsten in der Filmgeschichte und dürfte selbst Hartgesottenen eine Träne entlocken. Ein emotionell unheimlich mitreißend und spannender Film.

Schauspieler:
Jean Renos vielleicht beste Leistung seiner Karriere. Durch sein Aussehen allein, nimmt man ihm den eindimensonialen Killer ab. Beeindruckend ist aber vor allem seine emotioneller Part, teils schüchtern und später sorgenvoll. Diese Rolle war für ihn der große Durchbruch, leider konnte er diese Leistung nur noch selten wiederholen und begab sich stattdessen in Klischeefiguren wie zum Beispiel „Godzilla“ Das Zusammenspiel mit der aufmüpfigen Natalie Portman klappt perfekt. Man könnte meinen, sie wären Vater und Sohn.
Natalie Portman, hier noch recht jung, machte zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Mit einer einfachen Natürlichkeit spielt sie das aufmüpfige Mädel. Eine Klasseleistung für sich in dem Alter ist aber der Gefühlspart. Mit erschreckendem Realismus merkt man ihr die verzweifelte Bedrückung an.
Gary Oldman gibt wie üblich den perfekten schmierigen Bösewicht ab, eine Rolle die er dort zum ersten Mal perfektionierte und die er in Hollywood nun schon x mal ausgeübt hat. Doch weder seine Darstellungen in „Lost of Space“ oder „Das 5. Element“ sind so charismatisch wie hier.

Fazit:
Perfekter in Szene gesetzter Mix aus Thriller und Drama, mit großartigen Schauspielern und einem traurigem Ende. Perfektes französisches Kino das jeder mal gesehen haben sollte.


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