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Léon - Der Profi (1994)
Eine Kritik von daronmuyen (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 11.09.2011, seitdem 156 Mal gelesen
Luc Bessons bis heute bester Film "Leon - Der Profi" ist ein Meisterwerk. Technisch brilliant, unglaubliche schauspielerische Leistungen, eine sich ständig erhöhende Spannungskurve (trotz langsam erzähltem Mittelteil und selbst in ruhigen Momenten), dramatische und zum niederknien schöne und gleichzeitig traurige Höhepunkte, eine bizarre Lovestory, ein ungewöhnlicher Killer-Thriller, eine Personenkonstellation, die ihresgleichen sucht.
Man könnte mit Beginn der ersten Szene anfangen, den Film in seine genialen Bestandteile zu zerlegen, aber das würde hier sicher zu weit führen. So wie die Kamera zu Beginn über die Strassen fliegt und Betrachter der Bilder in ein italienisches Lokal förmlich hinein saugt, so zieht uns Zuschauer die Geschichte um den infantilen, aber hoch professionellen Killer Leon, der die kleine Mathilda vor dem absolut psychopathischen und korrupten Bullen rettet, vollkommen in ihren Bann.
Natalie Portman hat schon als kleines Mädchen göttlich gespielt. Jede ihrer Tränen möchte man mit weinen! Man versteht, warum der erwachsene Killer sich in das Mädchen verliebt und empfindet es nicht im Geringsten als Skandal. Da ist es nur folgerichtig, dass Leon ihr auch den Umgang mit Waffen zeigt und sie schließlich mit auf seine Jobs nimmt. Etwas anderes hat er nicht gelernt und das ist seine Welt. Eine Welt, die nichts mit den gängigen Konventionen einer spiessigen Gesellschaft zu tun hat.
Jean Reno war nie besser als hier. Seine melancholischen, einsamen Blicke nehmen uns gefangen und lassen nicht mehr los. Erst in der Begegnung mit dem Gör Mathilda beginnt er, einen Sinn in seinem Leben zu sehen. Als Leon ihr die Tür aufmacht, wissen wir, er wird auch in Zukunft alles daran setzen, Mathilda vor Verbrechern und dem Abschaum dieser Welt zu schützen. Aber auch vor den "Hütern des Gesetzes", die mehr als nur ein wenig vom Weg abgekommen sind. Leons Nemesis, unübertroffen verkörpert von Gary Oldman, wird von Luc Besson als durchgeknallter, drogenabhängiger und Musik liebhabender Cop gezeigt, der Brahms und Beethoven verehrt und gerne mal darüber philosophiert, bevor er den ein oder anderen unbequemen Zeugen aus dem Weg räumt.
Das alles in Kombination mit einem europäischen Ambiente, einem perfekten Soundtrack und einem zum heulen schönen Schlusssong von Sting (shape of my heart) ergibt einen wahrhaft spannungsgeladenen und gleichzeitig tief traurigen Film, der lange nach hallt und Massstäbe setzt.
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