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Invasion vom Mars (1953)

Eine Kritik von Maichklang (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 05.06.2006, seitdem 615 Mal gelesen


Witziger Science-Fiction-Humbug aus der 50ern, aber in Farbe und bunt!

Ab etwa 1953 war es richtig trendy, Invasorenfilme zu drehen. Ausgestattet mit einem geringen Budget und fast immer gleichem Ablauf. Ähnlich wie „Gefahr aus dem Weltall“ von Jack Arnold landen Marsianer auf der Erde und bewirken, dass einige Mitmenschen ihrer Gefühlswelt beraubt werden und seelenlos durch die Gegend staksen.

In diesem Fall entdeckt der achtjährige David als erster das UFO, das eines Nachts unter einer Sandkuhle landet. Fortan werden Menschen durch ein sich auftuendes Loch an Bord des Raumschiffes gezogen und kommen verändert wieder heraus. So muss David miterleben, wie erst sein Vater und später auch seine Mutter zu seelenlosen Dienern der Marsianer gemacht werden. Hilfe findet der Knirps bei Ärztin Pat und Wissenschaftler Dr. Kelston, die dafür sorgen dass das Militär anrückt…

Oh je, was für eine billige Inszenierung!
Aber alle paar Minuten ein neuer Brüller als Folge mangelndem Budgets und haarsträubender Theorien über den „Weltenraum“, wie er in den 50ern noch genannt wurde.
Fängt schon damit an, als Davids Mutti mitten in der Nacht von ihm wach gemacht wird und die Dame offenbar vergessen hat, sich abzuschminken: Eye-Liner, perfekt sitzende Haare und knallroter Lippenstift!
Da ist der kurze Ausschnitt des grünen Ufos als Neonerscheinung noch nichts gegen die Theorien, die der angebliche Wissenschaftler Dr. Kelston über Mond, Mars und deren Raumschiffe aufstellt, die David als Neunmalkluger natürlich stets zu ergänzen weiß.
Waren die zu der Zeit wirklich noch so unterentwickelt?

Etwas mehr als ein Schmunzeln kommt jedoch bei der Betrachtung der Ausstattung auf: Alles lieblos gestaltete Studiokulissen, man hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, die Wolken im Hintergrund zu bewegen – sind eh nur Bilder, genau wie die eingeblendete Rakete…
Und als wenn das noch nicht genug Beanspruchung für die Lachmuskeln wäre, darf man während der letzten Minuten einen Blick auf die Marsianer werfen: Statisten in grünen Ganzkörperkostümen aus Samt - mit Reißverschluss auf dem Rücken - und im Gesicht gräuliches Plastik mit Matschaugen hampeln unbeholfen durch ein Tunnellabyrinth. Ihr Oberhaupt ist ein stummer Kopf mit Tentakeln in einer Glaskugel, der nur die Augen hin und her bewegt.
Schön blöd.

Wenn´s nicht so unfreiwillig komisch daherkäme, wär´s ein Jammer, denn die Geschichte ist schwach, dialoglastig und wenig überraschend, zudem hat ein Don Siegel ein paar Jahre später mit seinen „Dämonischen“ mit ähnlicher Thematik weitaus mehr Drive reingepackt.
Das hier ist allenfalls besseres Theater.
Und wenn die Story schon keine Spannungsmomente zulässt, besinnt man sich auf immer wiederkehrende Bilder von Panzern, mit passender, heroischer Musik unterlegt und dem Zitat eines Oberst: „Panzer! Sie sind immer wieder ein imposanter Anblick für uns!“
Weißte bescheid!?!
5 von 10 Punkten


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