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Fido - Gute Tote sind schwer zu finden. (2006)

Eine Kritik von -Eduard- (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 02.08.2010, seitdem 287 Mal gelesen


Zombies für den Haushalt


Willkommen in Willard! Hier scheint immer die Sonne, die Autos blitzen, die Blumen leuchten, die Bewohner hinter den weissen Gartenzäunen sind so reizend wie nirgendwo sonst ... und ihre zahmen Zombies auch.
Die Idylle verdankt man ZomCon. Der alles beherrschende Konzern sorgt mit einem elektronischen Halsband dafür, dass den verrottenden Haussklaven der berüchtigte Appetit vergeht und sie brav, wenn auch etwas steif, die ihnen aufgetragenen Arbeiten verrichten. Die Welt ist in Ordnung in Willard! Hätte da nicht Fido, der neue Zombie der Robinsons, in einem Moment der Schwäche ein Stück aus der alten Mrs. Henderson herausgebissen ...

Die Inhaltsangabe der dt. DVD von Ascot bringt die Sache endlich mal schmackhaft und ohne sinnfreie Loquazität rüber. Reichlich Platz für filminterne Infirmität kann diesem Werk folglich nicht mehr anlasten, denn es ist wirklich unterhaltsam. Stellenweise erinnernd an PLEASANTVILLE, gerät die von Andrew Currie geschaffene Melange in ein stetig intumeszierendes Licht aus kräftiger Komik und unterstreicht eine verblendete Konsumgesellschaft samt ihrem Hochsicherheitsdenken. Die Killer-Satire FIDO fährt selbstsicher mit der Präsenz Kesun Loders, der den kleinen Timmy darstellt, Billy Connolly und MATRIX-Schönheit Carrie-Anne "Trinity" Moss auf. Aufgebaut wird hier die Importanz der 50er Jahre: Sicherheit. Ganz wie es sich für diese Zeit gehörte, sind die Protagonisten um unseren kleinen Timmy allesamt töricht und leicht debil. Der im einundzwanzigsten Jahrhundert lebende Kosmopolit wird gewisse Konturen zu Recht belächeln und mit Ernstlosigkeit verbunden sehen. War es doch hauptsächlich so, dass man Probleme innerhalb der Familie ignorierte, dass man als Aufwachsender geringe Wertschätzung seitens seiner Eltern erhielt, nicht zuletzt aufgrund der verstärkten Hochnäsigkeit, die in jenem Jahrgang die oftmals nur zum Schein inflammierte Friede-Freude-Eierkuchen-Welt im unter dem mit lilienweißer Oberfläche matten Alltag fraternisierte. So bleibt der Zombie auch in dieser Situation das glorifizierte Aushängeschild Amerikas ...

Die Ouvertüre FIDO's, die mit einem Werbespot beginnt, watet durch einen urkomischen Sumpf der Ideen. Um eine Zombieapokalypse zu verhindern, bekommen alle lebenden Toten ein Halsband verpasst, welches bei seinem Träger dazu dient, den Hunger nach Menschenfleisch zu supprimieren. Lange Rede, kurzer Sinn - Die Zombies verlieren ihren Ruf und jagen bald schon keinem Erstklässler mehr die Furcht in den haarlosen Nacken. Viele der Ex-Karnivoren enden an der Trosse, als willenlose Diener in einem Haushalt oder dürfen als Winke-Marionetten auf Landstraßen auftreten. Auch Timmys Zombie ist der Verstand geraubt worden - Doch an Herz mangelt's ihm nach einigen Momenten intrafamiliärer Eskapaden deutlich nicht. So entwickelt er dezente Gefühle für dessen Mutter, die immer mehr Distanz von ihrem Ehemann erfährt und kann sich als Lebensretter in letzter Minute behaupten. Und weil so ein Hauszombie ohne Namen schnell langweilig wirkt, darf Timmy seinem neuen Freund eine Anrede zuteilen: Fido (ausgesprochen: "Fai|do"). Beide bauen schließlich eine Bezugnahme zueinander auf. Doch manchmal streikt bei Fidos Halsband die rote Lampe, die, wenn sie nicht mehr leuchtet, aufzeigt, dass sein Träger nicht mehr neutralisiert ist. Abrupte "Unfälle" sind prädestiniert und erstrecken sich gar buffonesk in der naiven 50er Jahre-Idylle zum Besten. Ein Film über eine ungewöhnliche Freundschaft mit vielen guten Ideen verpackt in einer Untoten-Komödie, die frischen Wind in das Genre weht - Ein Zombie-Film für die ganze Familie ...

"Wir kommen sofort und nehmen uns ihres Zombie-Problems an ..."


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