Meister fallen nun doch nicht vom Himmel.
In denselben hatte man ja Newcomer Eli Roth nach dem relativen Kassenerfolg seines Debuts „Cabin Fever“ schon gelobt, aber schon damals war sich die Kritik relativ uneins, ob man es nun mit einem Hoffnungsträger des schlechten Geschmacks oder mit einem cinephilen Dilettanten zu tun hat.
Ich bin geneigt, nach Ansicht leider auf Letzteres zu tippen, denn „Cabin Fever“ kann so ziemlich nichts von seinem Ruf bis ins Ziel retten. Roth schuf hier einen weiteren Backwood-Slasher, in dem ein Fünfertrupp frischabsolvierter Studies im Hinterland eine Hüttchen mietet, um dann Opfer eines fleisch- und hautfressenden Killervirus zu werden, der wohl im Waldland gerade Urlaub macht.
Leider, leider – hier funktioniert aber so gut wie nichts: die glorreichen Fünf sind nicht nur gesichtslose Abziehbilder aus dem Teenieslasherbausatz, sie sind auch noch äußerst doof und nervig gezeichnet, einer gräbt an einer unentschlossenen Blonden rum, ein Pärchen vögelt und der kindliche Dummbratz im Bunde (dem man niemals ein Studium zutrauen würde) führt sich wie ein Siebenjähriger auf, macht dementsprechende Scherze und geht stante pede erst mal los, um im Wald Kleingetier umzunieten.
Mit Charakterzügen ist es Essig und selbst energisches Nachsuchen fördert nicht genug Humor zutage, um das alles als subversiv parodistischen Trash abzutun. Recht schnell taucht ein infizierter Waldschrat auf, den man in Brand setzt und der sich posthum rächt, in dem er seine Leiche im Trinkwasserreservoir der Urlauber kühlt, auf das alle das tödliche Bakterium bei der nächsten Dusche nuckeln.
Roth streut danach ein paar klebrige Bluteffekte ein, wenn die nach und nach infizierten Jungs und Mädels sich langsam in Matschpizzas verwandeln und sich den halben Film Zeit lassen, in dieser abgelegenen Gegend mal ein neues Auto oder ein Telefon aufzutreiben. So ziemlich jede Handlung ist unnötig oder kreuzdoof und Roth beherrscht nicht mal das Minimal-ABC der Spannungserzeugung, läßt mal hier und mal da einen wegbluten und kann sich auch für keinen Sympathieträger entscheiden. Irgendwann kommen dann natürlich noch die Hinterwäldler ins Spiel, die solche Infektionen wie üblich mit der Schrotflinte behandeln und auch noch ein paar Leben lassen, bis Roth dann mit dem letzten Überlebenden in einer Art Zitateoffenbarung das Ende von Romeros Zombiedebut feiert, ohne die Szene in den Griff zu kriegen.
Am Ende steht ein netter Schlußgag, der aber schon lange zu erwarten war, einige brauchbare Bilder (der Typ, der die Mundharmonika verschluckt) und die große Frage, wo diese Krankheit denn nun herkommen ist. Da sie erstmals an einer Hundeleiche auftaucht, können wir wohl annehmen, daß In-den-Wald-Scheißen auch mit Gutschein nicht gerade gesund sein muß.
Die Erwartungen sind stark abgekühlt, diese Gurke kann man getrost vermeiden. (2/10)