Review

Als „Wild Things“ 1998 erschein, wurde dem Zuschauer Hochglanz-Trash in Vollendung geboten – der Inhalt wurde damals gleich am Anfang des Films an der Tafel in der Aula auf den Punkt gebracht: „Sex & Crime ... Sex-Crimes“.
Neben der hochklassigen Besetzung (Matt Dillon, Neve Campbell, Kevin Bacon, Denise Richards, Bill Murray, Robert Wagner und so weiter) überzeugte die stimmungsvolle Regie von John McNaughton, welche, von George Clintons atmosphärischem Score unterlegt, der wendungsreichen Handlung den gewissen Schliff verlieh.

Nun kommt also die Fortsetzung: Das Prädikat „direct to Video“ ist schon mal eine Aussage, muß aber (manchmal) nichts weiter heißen – in Kombination mit einer ziemlichen No-Name-Besetzung (höchstens Susan Ward kennt man aus „the In-Crowd“, Isaiah Washington aus Streifen wie „Exit Wounds“ oder „Ghost Ship“), einem unbekannten Regisseur und einer Handlung, die kaum Unterschiede zum Original aufweist, vervollständigt sich das befürchtete Bild jedoch.

Und so kommt es, wie wir es bereits kennen (leichte Spoiler): Die reiche Brittney (Sela Ward) verliert ihre Eltern unter mysteriösen Umständen, soll erben, wird aber per Testament ausgeschlossen, eine vermeintliche Rivalin aus der Schule erbt statt dessen, sie stecken jedoch unter einer Decke, ein Versicherungsdetektiv (Isaiah Washington) untersucht den Fall, kommt dahinter, will mitmischen...

Klingt bekannt? Tja, so ähnlich verlief ja auch Teil eins.
Zudem werden so ziemlich dieselben Szenen mit leichten Variationen nochmals abgespult: Der Film eröffnet mit Cops, die in der Schulaula einen Vortrag halten, es gibt die erste größere Wendung in einem Gerichtssaal, statt einem Dreier im Motel findet dieser nun im Weinkeller statt, die Mädels waschen nicht mehr sexy einen Wagen, sondern duschen nach dem Sport am Strand, und so weiter und so fort – bis hin zur Tatsache, dass man eines der beiden Girls nicht nackt sieht (damals Neve Campbell, nun Sela Ward) und den Erläuterungssequenzen im Abspann.

Schauspieler, Regie, Atmosphäre – alles ist um mindestens eine Klasse tiefer gerutscht, die Handlung ist mehr oder minder unangetastet geblieben ... warum sich also „Wild Things 2“ antun?
Na ja, so richtig kann ich das auch nicht beantworten, aber Leute, die das Original nicht kennen, werden besser auf ihre Kosten kommen. Die Inszenierung ist immerhin „solide“, die Wendungen in der Story okay, gelegentlich (aber nicht oft) kommt sogar ein Hauch von Spannung auf.


Fazit: Da es keinen Zusammenhang im Sinne von „Anknüpfung“ mit dem ersten Teil gibt, wirkt „Wild Things 2“ eher wie ein billiges Remake, welches das Original ohne Innovationen kopiert – nur auf deutlich schwächerem Niveau. Für sich allein betrachtet ist der Film aber auch nur bestenfalls Mittelmaß, als Fortsetzung scheitert er auf ganzer Linie ... 3 von 10.

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