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Im Jahre 1978 schuf Regisseur George A. Romero mit seinem apokalyptischen Zombie-Meisterwerk "Dawn of the Dead" einen Meilenstein des Film-Genres. Im "Museum of modern Art" ausgestellt und auf der ganzen Welt geschätzt (außer bei uns, da ist er verboten), gehört er für viele Fans in die absoluten Top 10, der besten (Horror-)Filme aller Zeiten! Im Jahre 2004 nun, wo bereits eine regelrechte Remake-Welle fließt wurde nun auch dieser Film in solch einem Streifen verwurstet. Von Anfang an, von den DotD-Freaks verschmäht, waren auch meine Erwartungen relativ gering. Und wie erwartet ist das Ganze als Remake gesehen auch weniger gelungen! Als Zombie-Film der heutigen Zeit, funktioniert das Treiben aber dann doch überraschend gut!

Die Story selbst ist relativ gleich geblieben, auch wenn es insgesamt nur wenige wirkliche Parallelen zum Original gibt. Auch hier hat ein Virus die Menschheit in blutrünstige Untote mutiert und auch hier gibt es ein paar wenige Überlebende, die sich in einem Kaufhaus verschanzen. Das wars dann aber auch schon mit den Ähnlichkeiten zum Original. Denn die meiste Zeit geht der Film dann doch einen recht eigenständigen Weg! Da den Machern aber wohl klar war, das sie an Romeros Film owieso nicht heran kommen würden, kann man diese Tatsache wohl auch als eine gute Entscheidung betrachten!
Hier gibt es z. Bsp. eine kleine Vorgeschichte, ein frisch geborenes Zombie-Baby oder rennende, statt schleichende, Zombies, um nur mal ein paar Beispiele der neuen Ideen zu nennen.

Bei der Inszenierung selbst hat man sich wirklich Mühe gegeben. Egal ob es nun die Kulissen sind, die wilden Kamerafahrten, die trübe Ausleuchtung vieler Szenen, der brachiale Soundtrack oder das scheußlich, schöne Make Up der Zombies. In allen Punkten kann man durchaus zufrieden sein!

Kommen wir nun zu den Effekten, die das Ah und Oh des ganzen Treibens sind. Die Schockeffekte sind allesamt mehr als heftig und dürften den "Zuschauer von heute" doch hier und da mächtig im Kinosessel zusammenschrumpfen lassen. Für eingefleischte Horror-Freaks werden die meisten Schocks zwar recht vorhersehbar sein, doch erschrecken dürften sie sich trotzdem ab und an.

Die Gore-Effekte sind ebenfalls nicht zu verachten und kommen erstaunlich nah an die Härte des Originals heran. Zwar gibt es jetzt keine Ausweidungsszenen aber z. Bsp. das Absägen von Beinen, deftigste Kopfschüsse oder die wunderbare Erkenntnis wie heftig doch das Blut aus Halswunden spritzen kann. Insgesamt ist schon die Kinofassung (R-Rated) mehr als makaber und dürfte eigentlich viele der heutigen Horror-Filme, in punkto Gore, locker in den Schatten stellen. Ist doch wunderlich was die MPAA und vor allem die FSK heutzutage so alles durchgehen lassen, wo sie doch sonst so streng sind.

Positiv zu vermerken ist außerdem die Ernsthaftigkeit, mit welcher der Film an den Tag geht. Zwar gibt es schon ab und an mal ein paar Jokes (Ich könnte jetzt noch schmunzeln wenn ich an die Kaufhausmusik denke! Ich sag nur "Don't worry, be Happy":)), doch meistens bleibt der Streifen wirklich ernst und trocken. Die Zeiten der typischen Teenie-Horror-Albernheiten scheinen wohl entgültig vorbei zu sein!

Direkt zu bemängeln gibt es eigentlich nur weniges. Z.Bsp. sind die Schnitte nicht gerade die gehobene Kunst und sind an einigen Stellen viel zu schnell gesetzt. Oder die ein oder andere Ungereimtheit, die immer wieder mal auftaucht. Aber insgesamt sind das nur kleine Vergehen.

Da der Film aber als Remake vermarktet wird, muss man den Streifen gezwungenermaßen mit dem Original vergleichen und da gibt es dann halt doch noch ein paar Abstriche zu machen. Z. Bsp. wird eigentlich durchgehend nie die bedrückende Endzeit-Atmosphäre erreicht, die der Romero (oder auch "28 days later") an den Tag legt. Ein gepflegte Grusel-Atmosphäre ist zwar durchgehend vorhanden, doch sie wirkt nie so stark und gekonnt trostlos wie beim Original.
Oder auch die Zombies. Es mag Geschmacksache sein, doch die schleichenden Ausgaben des Originals wirkten auf mich wesentlich glaubwürdiger, als diese rasenden Fleischfresser hier. Aber nun gut, darüber könnte man sich wohl streiten.

Als Letztes sein nun noch die Darsteller erwähnt, die durchaus gefallen können. Allesamt legen sie eine solide und glaubwürdige Darstellung ihrer (zugegeben, teils recht klischeehaften) Charaktere an den Tag und sind dabei besser als manch ihrer Schauspieler-Kollegen in anderen Horror-Streifen! Respekt!

Fazit: Als Remake nur wenig gelungen, als eigenständiger Film dafür um so mehr! Ein moderner, actionreicher und unglaublich harter, bluttriefender Zombie-Film, der sowohl Splatter-Kids als auch alten Horror-Hasen gefallen dürfte. Das Original wird dabei zwar in wirklich keiner Szene, auch nur ansatzweise, erreicht, doch für einen Zombiefilm von heute ist "Dawn of the Dead 2004" wirklich sehr überzeugend geraten! Danke dafür!

Wertung: 7,5/10

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