Review

Und weiter geht es mit den Remakes. Dieses mal hat es George A. Romero´s Zombie-Splatter Klassiker "Dawn of the Dead" erwischt und, um ehrlich zu sein, das Remake kommt zu keinem Zeitpunkt an das Original heran, schafft es aber über die etwas mehr als 90 Minuten gut zu unterhalten.

Die Story wurde, wie ich finde eher zum Nachteil verändert, was aber wohl nicht anders zu erwarten war. So sind es dann hier letztlich eine ganze Menge Leute, die sich vor den lebenden Toten in einem Einkaufzentrum verschanzen. Dadurch geht zwar jegliche Beziehung zwischen Zuschauer und Charakteren verloren, da diese fast komplett nur aus Klischees bestehen, kann man es aber doch verschmerzen. Natürlich ist es auch vorbei mit den Spannungen und Ängsten, die man aus dem Original kennt, dafür hat sich Regisseur Zack Snyder einfach zu wenig mit den einzelnen Charakteren auseinandergesetzt.
Neben dieser mangelnden Charakterzeichnung, die auch dafür sorgt, dass der Zuschauer wenig mit leidet und es auch nicht weiter stört wenn wieder einer der "Gefangenen" den Löffel abgibt, ist eines der größten Probleme des Films, das er zu keinem Zeitpunkt die Atmosphäre des Originals auch nur annährend erreicht. Dazu wirkt alles zu gehetzt und zu sehr auf leichte Unterhaltung ausgelegt, auch der sozialkritische Aspekt des Originals wurde komplett gestrichen. Dafür kamen coole Sprüche und, für meinen Geschmack, eindeutig zuviel Humor hinzu, was aber nicht so recht passen will und jedes mal wenn sich ein wenig Atmosphäre aufbaut, diese sofort wieder zerstört.
Gleiches gillt auch für die Art mit der Zack Snyder versucht den Zuschauer zu erschrecken. Die "Schockmomente" kündigen sich bereits lange im Vorfeld an und werden zudem noch durch die entsprechende Musik mehr als eindeutig kenntlich gemacht. Soweit also die negativen Aspekte des Films, die sich insbesondere im Vergleich mit dem Original doch deutlich auswirken.

Was den Film aber eben doch zu einem herrlich unterhaltsamen Vergnügen macht, ist die Art und Weise wie Zack Snyder seinen "Dawn of the Dead" erzählt. Er wirft nicht nur die blauen Schleicher über Bord und zeigt dem Publikum rasend schnelle und bedrohlich wirkende Zombies, nein, er zeigt auch das er es in seinem Spielfilmdebüt versteht einen Film zu drehen, der wenn man sich vom Original los löst, 90 Minuten herrlich belanglose pure Unterhaltung bietet. Da ist es dann auch egal, das man am Ende eher den Eindruck hat einer A-Team Folge beizuwohnen und sich zwischendurch immer wieder in einer Horrorkomödie wähnt, denn Snider gibt von der ersten Sekunde an Vollgas. Der Film hat ein enormes Tempo, immer passiert etwas, kommt wieder ein Angriff oder wird wieder einer umgebracht, zum Durchatmen bleibt da wenig Zeit, was auch von Vorteil ist, da man so doch weniger auf so manche Ungereimtheit achtet und auch mal geflissentlich über einige gröbere Schnitzer hinwegsehen kann.

Optisch hat Snider eine Art Mittelweg aus Videoclip Ästhetik und 28 Days Later Wackelbildern gefunden, der durchaus ansprechend aussieht und nicht mit außergewöhnlichen Kameraeinstellungen und Spielereien geizt. Das tut dem Film, wie auch dem Genre gut, zeigt es doch das man auch mit modernen Mitteln und einer modernen Optik einen Film drehen kann der sich in gewisser Weise den Charme eines 70er oder 80er Jahre Films bewahrt hat. So wurde dann auch bei den Masken und Special Effekts zum Großteil auf CGI Technik verzichtet, was nicht nur großartig aussieht sondern auch der wohl günstigere und sicherere Weg war, wie sich auch an den wenig gelungenen und zum Glück selten eingesetzten Computer Effekten zeigt. So gibt es aber handwerklich perfekt gestaltete Zombies, die alle wunderbar blutig endgültig getötet werden. Da wird nicht an Kopfschüssen und fliegendem Gehirn gespart und auch ansonsten wird kaum etwas ausgelassen, egal ob es nun der Kettensägeneinsatz ist, der Holzpflock durch den Kopf oder das Verbrennen. Hier muss man wirklich sagen das Zack Snyder einen Film gedreht hat, der trotz aller optischen Anlehnung an aktuelle Blockbuster nicht darauf verzichtet auch die nötige Härte zu zeigen. Dabei geht es logischerweise nicht ganz so extrem zu wie im Original, aber für heutige Horrorfilmverhältnisse ist der Kunstblutverbrauch doch beachtlich.

Außergewöhnliche Wege wurden auch bei der Besetzung der Rollen gewählt. Sind doch fast ausschließlich Darsteller gewählt worden, die man bisher zwar als gute Schauspieler kannte, aber nicht in einem blutigen Fun-Movie erwarten würde. Insbesondere die Besetzung von Sarah Polley als Hauptfigur Ana, überrascht da doch, hat man sie doch bisher eher mit Filmen wie "Mein Leben ohne mich" oder "Das Gewicht des Wassers" in Verbindung gebracht. Sie bietet dann auch eine der besten Leistungen im Film, was aber sicher auch dadurch zu begründen ist, das ihr das Drehbuch noch am ehesten so etwas wie ein wenig Tiefgang zu gesteht. Ving Rhames, als cooler Cop der nie um einen Spruch verlegen ist und Mekhi Phifer wirken da schon eher wie zu oft gesehene Klischeefiguren. Der Rest spielt ordentlich, als einziger vermag aber nur noch Michael Kelly als Wachmann CJ etwas hervor zustechen. Der Rest ist dann wirklich nur noch Klischeebeladen und was die Lovestory zwischen einem Wachmann und einem Mädchen, dessen Vater gerade erst erschossen wurde, soll , bleibt auch eher fraglich, denn diese Beziehung wirkt nun doch absolut unpassend.

Weit weniger unpassend ist da schon der großartige Soundtrack. Schon allein das sowohl musikalisch als auch textlich genial ausgewählte "THe man comes around" vom einzig wahren "Man in Black"Johnny Cash während den Titelcredits zeigt in welche Richtung der Soundtrack geht, immer passend aber oft unerwartet in der Art der Darbietung. So gibt es etwa Burt Bacharachs "What the world needs now" in einer neuen Version oder auch "Don´t worry, be happy". Zum Ende wird dann auch nochmal die musikalische Keule rausgeholt und es gibt zu den unbedingt sehenswerten Endcredits noch was auf die Ohren.

"Dawn of the Dead" in der 2004er Version hat wenig gemein mit seinem übergroßen Original, da können auch Gastauftritte von Tom Savini und Ken Foree nicht drüber hinwegtäuschen. Aber Regisseur Zack Snyder ist es gelungen aus der Grundstory einen Film zu erschaffen, der sich (leider) nicht allzu ernst nimmt und doch mit der nötigen Härte und vor allem dem nötigen Unterhaltungswert daherkommt um auch Fans des Originals gut zu unterhalten. Die Erwartungen sollte man aber nicht zu hoch schrauben, dann ist hinterher die Enttäuschung um so geringer. Da ich mit so gut wie keinen Erwartungen in den Film gegangen bin, wurde ich zumeist großartig unterhalten und die Kritikpunkte sind zwar manchmal zu offensichtlich, aber den Spaß an diesem Remake können sie dann doch nicht verdrängen. 7 von 10 Punkten für eines der gelungensten Remakes der letzten Zeit.

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