Das Mysteriöse läßt M. Night Shyamalan offenbar keine Ruhe. Seit seinem mit Lobeshymnen überhäuften Erstling „The Sixth Sense“ hat er sich ausschließlich mit dem Unerklärlichen auseinandergesetzt. So schlägt nach „Signs“ nun auch „The Village“ in diese Kerbe. Leider scheinen Hollywoods Wunderknaben nur langsam die Ideen auszugehen. Was das völlig verkorkste Ende von „Signs“ schon angedeutet hat, wird in „The Village“ nämlich auf Spielfilmlänge ausgedehnt. Der Film ist einfach nur langweilig und uninteressant. Überraschende Wendungen gibt es keine mehr, hier regiert die Vorhersehbarkeit. Umso unverständlicher, daß sich ein derartiges Starensemble vor der Kamera versammelt hat.
Mitten im Nirgendwo lebt eine Dorfgemeinschaft abgeschnitten von der Außenwelt. Die gesamte Siedlung ist von einem scheinbar undurchdringlichen Wald eingegrenzt, in dem die Unaussprechlichen hausen, gefährliche Kreaturen, die niemanden in ihrem Territorium akzeptieren; Mit den Dorfbewohnern herrscht eine Art Waffenstillstand. Diese betreten niemals den Wald und die Unaussprechlichen kommen ihrerseits nicht ins Dorf. Das geht auch eine Zeit lang gut. Doch dann häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle. Anscheinend hat jemand die Grenze überschritten. Als dann auch noch der Geliebte der blinden Ivy schwer verletzt wird und seine einzige Rettung in modernen Medikamenten aus der Stadt liegt, macht sie sich auf den Weg durch den Wald...
Wenn die Handlung auch nichts spektakulär Neues bietet, so lässt sie wenigstens auf stimmige Atmosphäre und den einen oder anderen Schockeffekt schließen. Doch leider bietet „The Village“ weder das eine, noch das andere. Dies liegt in der Hauptsache an zwei Dingen; Zum ersten wird Geschichte mit den Unaussprechlichen durch Dinge, wie das Spiel mit den Farben oder auch Steinen unglaublich ins Lächerliche gezogen, zum anderen ist der Film leider, wie eingangs schon erwähnt, völlig vorhersehbar. Nach den ersten dreißig Minuten glaubt man zu wissen, wie die ganze Sache ausgehen wird und muß tatsächlich erkennen, dass Shyamalan sich gar nicht darum bemüht, eine interessante Wendung einzubauen, um den Zuschauer in die Irre zu führen; Es tritt genau das Ende ein, welches man erwartet hat. Nach einem derart überraschenden Ausgang, wie in „The Sixth Sense“ macht sich dadurch doch Enttäuschung breit.
Die Schauspieler sind allerdings absolute Oberklasse und retten den Film eindeutig vor dem völligen Fiasko. Allen voran ist Bryce Dallas Howard zu nennen, die sich als blinde Ivy hervorragend gegen ihre namhaften Kollegen behaupten kann und zu jeder Zeit glaubwürdig wirkt. Ebenso überzeugend agiert Joaquin Phoenix, bei dem ich absolut nicht verstehen kann, wieso er sich nach „Signs“ noch einmal für eine derartige Filmgurke hergeben konnte.
In kleineren Rollen sind Sigourney Weaver und William Hurt zu sehen, die beide tolle Leistungen bringen. Warum sich ein solch hochkarätiges und spielfreudiges Ensemble für einen derartigen Schwachsinn zusammengefunden hat, erscheint sehr rätselhaft.
Unter dem Strich bleibt leider nicht mehr viel übrig. Die Musik wirkt am Anfang noch passend, gerät jedoch zum Ende hin zu aufdringlich. Sie ist allerdings insgesamt noch einer der positiven Punkte von „The Village“. Es wäre toll, wenn M. Night Shyamalan noch einmal einen Geniestreich, wie „The Sixth Sense“ vollbringen würde. Wenn die Entwicklung seiner Filme jedoch in die gleiche Richtung weitergeht, wage ich an das nächste Werk gar nicht zu denken...
2/10 Punkte (für die Darsteller)