Review

SOME – dieser minimalistische, nichts sagende Titel hatte es mir, neben dem schicken DVD-Cover mal wieder, angetan und ich konnte nicht widerstehen.
Okay, zu Hause angekommen, DVD eingelegt … und dann leider fast eingepennt!

Was man uns hier mit SOME vorsetzt, ist irgendwie nix Ganzes und nix Halbes. Man wird als Zuschauer mitten ins Geschehen katapultiert, Zeit die Charaktere ordentlich vorzustellen und einzuführen ist nicht und somit rudert man erstmal heftigst mit seinen imaginären Armen, um den Kopf über Wasser zu halten, was allerdings nicht klappt.
Den ganzen Film über fragte ich mich immer wieder, was hier überhaupt gespielt wird, die fadenscheinigen, schlecht ausgeleuchteten Rollen konnte ich bis zum Ende nicht richtig einordnen, und als dann der Abspann erschien, hatte ich das Gefühl, der Film wäre irgendwie noch immer nicht so richtig zu Potte gekommen.

Woran lag’s also? Oder ne…, erstmal die Story, wie ich sie verstanden hab:
Eine unbescholtene junge Frau gerät ins Visier einer Drogengang, da ihr, ohne es zu wissen, ein Beweismittel, ein Foto um genauer zu sein, untergeschoben wurde. Ein Undercover-Agent nimmt sich ihrer an.
Doch die junge Frau hat Visionen, in denen sie die Zukunft sieht, wie sie sich tatsächlich ereignet, und seit ihr der nette Cop begegnet ist, hat sie Visionen von seinem Tod…

Mehr hab ich echt nicht gecheckt. Sorry also, wenn ich irgendwelche wichtigen Dinge jetzt unter den Tisch habe fallen lassen…
Okay, der Film schreitet ja, wie bereits angedeutet, von Minute 1 an mit einem ziemlich flottem Erzähltempo voran, welches auf das arme, verweichlichte Gehirn des westlichen Zuschauers keine Rücksicht nimmt.
Was genau auf dem Beweisfoto zu sehen oder was für eine Gang überhaupt hinter dem Mädel her ist, bleibt wie alle Rollen und Charaktere gänzlich im Dunkeln oder kommt wegen der Wischiwaschi-Erzählweise nicht so richtig raus. Der Überblick über das Geschehen geht dabei natürlich gänzlich flöten, was noch durch die Tatsache verstärkt wird, dass die asiatischen Darsteller mal wieder fast alle gleich aussehen.

Der Streifen kommt optisch zwar äußerst versiert daher, auf übertrieben cool ist er aber nicht getrimmt …und das ist auch gut so. Vor hektischen Schnitten und aufgesetzten Posen bleiben wir hier also wenigsten verschont.
Dies heißt aber gleichzeitig, dass der Film seine Schwerpunkte nicht auf Action und Spannung setzt. Im Gegenteil: Geboten wird eine (zugegebenermaßen sehr) fetzige Verfolgungsjagd und ein Schusswechsel, doch das war’s auch schon an Action.
Hier spritzt kein Blut (wirklich gar keins!), hier wird kaum gemordet, Blei in der Luft ist auch eine Seltenheit und miike-sche Perversitäten gibt’s auch nicht zu bestaunen… Was UM HIMMELS WILLEN!!! soll also die „kJ“-Freigabe??? Echt Leute, ne 16er hätt’s doch auch getan! Locker sogar!!!

Na gut, aber auf was setzt der Film dann, wenn nicht auf Action, Gore oder Effekte? – Genau! Auf eine Story, die man nicht checkt.
„Gähn!“ Genau das waren auch meine letzten Worte als der Abspann erschien, welcher mich von zweistündigem Rätselraten befreite, und welcher mir endlich erlaubte meinen müden Blick von der Flimmerkiste zu lösen. Ich hab geschlafen wie ein Baby, ich schwör’s euch, und als ich wieder wach war, waren alle Erinnerungen an… wie heißt er noch mal? SOME? … wie weggeblasen…

Fazit daher:
Ein Film ohne gute Action, ohne fesselnde Spannung, grob: ohne herausragende Szenen. Dafür wurde die Story aber wohl etwas zu lange im Bottich der asiatischen Erzählweisen eingeweicht, so dass nur noch ein schwammig-labbriges, undefinierbares Etwas von ihr übrig geblieben ist.
Want SOME? – No, thank you!

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