Mitte der 70er Jahre entstanden, zeigt „The longest Yard“ den Fall des ehemaligen Football-Profis Paul Crewe (Burt Reynolds), welcher für eine stattliche Summe absichtlich verlor und darauf seine Karriere beenden musste. Regisseur Robert Aldrich („Das dreckige Dutzend“) führt ihn als arrogantes Charakterschwein vor, dass keinen Funken Ehre mehr im Leib hat, sich durch die Betten hurt und sich schließlich volltrunken gegen seine Festnahme zur Wehr setzt, was ihm 5 Jahre Knast mit Chance auf Bewährung einbringt. Dort angekommen muss er feststellen nur von Feinden umgeben zu sein. Der Chefwärter nimmt ihn hart dran, damit ihn der Direktor auch ja nicht zum Trainer des Wärterfootballteams macht, die desillusionierten Insassen hassen ihn, da er ein Leben gelebt hatte, wovon sie ihr Leben lang geträumt haben.
Mit einer gehörigen Moralpredigt tritt der Plot nicht auf, auch versucht er nicht die Methoden der Gefängnisführung groß zu hinterfragen und bleibt damit recht oberflächlich, wohl aber unterhaltsam. Die Vorzeichen werden umgekehrt, die Wärter werden zu Bösewichten umfunktioniert, die Häftlinge in arme Schweine verwandelt. Der harte Dienst in den Sümpfen bringt Crewe aber letztendlich dazu das Angebot des Direktors anzunehmen. Er soll eine schlagkräftige Truppe von Gesetzlosen zusammenstellen, die als Sparringspartner gegen die Wärter antreten sollen.
Anfangs noch leicht auf Drama gepolt, wandelt sich „The longest Yard“ in einen oberflächlichen, leicht konsumierbaren Unterhaltungsfilm ohne weiteren Tiefgang. Eben genau die Art von Filmen, für die Burt Reynolds geboren zu sein schien. Vorurteile werden aufgehoben, auch untereinander rivalisierende Häftlinge raufen sich zusammen, um es den Wärtern so richtig heimzahlen zu können. Reynolds selbst bleibt dabei recht gelassen, lässt sein Mundwerk abgeschaltet und versucht eine Truppe zu formen. Auch wenn die deutsche Synchronisation im Footballslang etwas unglücklich daherkommt und das dargestellte Training nie zu dem Ergebnis führen kann, wie es final präsentiert wird, sorgt allerlei Humor und Witz für zufrieden stellende Unterhaltung.
So läuft der Plot geradlinig auf das Spiel zu, in dem sich Burt Reynolds, der früher selbst Football spielte, bis ihn eine Knieverletzung zu einem seiner kurzen Karriere bewog, sichtlich wohl fühlt. Der anfangs etwas arrogante Star, wandelt sich zum Anführer, wird während des Spiels vom Direktor jedoch unter Druck gesetzt und vor die gleiche Wahl gestellt, die schon einmal sein Leben veränderte. Er soll absichtlich verlieren…
Das Spiel selbst ist für damalige Verhältnisse spannend inszeniert, obwohl die Professionalität der Semi-Profis, mit der zu Werke gegangen wird, doch überrascht. Extravagante Techniken wie Splitscreen kommt zum Einsatz, während die harte Spielweise und die damit verbundene eigenartige Regelauslegung, besonders Footballfans, dann doch leicht überraschen dürfte, während der Auftritt einiger, damaliger Star für Verzückung sorgt. In einer Nebenrolle übrigens Richard Kiel, denen James Bond-Fans als „Beißer“ unvergesslich sein dürfte.
Fazit:
Unterhaltsames, am Ende mit Moral beschlagener Knastfilm, der sich nicht näher um seine Location kümmert, sondern auf die Agitation der Charaktere setzt. Burt Reynolds ist ungewohnt ernst in seinem Element und Ed Lauter als Aufseher herrlich fies. Der Plot ist simpel, was hier aber nicht anzukreiden wäre, so dass „The longest Yard“ ein netter Streifen der 70er ist, den man mühelos konsumieren kann, ohne sich großartig zu langweilen. Kein Klassiker, doch bewährte Unterhaltung – vor allem for Reynolds- und Footballfans.