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Der Auftakt von „Mord in eigener Regie“ bietet gleich eine Besonderheit. Columbo taucht vor dem eigentlichen Mord auf, als er lässig zügig im alten Cabrio durch L.A. fährt und dabei von den Kollegen verfolgt wird. Die Konsequenz der verplanten Raserei ist ein Unfall, der eine Halskrause mit sich bringt. Ein herrlicher Running-Gag im weiteren Verlauf. Das Einrenken beim Chiropraktiker erfolgt natürlich mit der Zigarre im Mund. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Nach dem unüblichen Prolog folgt der gewohnte Plot um Täter und Opfer. Kay Freestone (Trish Van Devere) ist die persönliche Assistentin von Marc McAndrews (Laurence Luckinbill), dem Leiter einer hiesigen Fernsehanstalt. Abseits des Berufs haben beide ein Verhältnis, das jäh unterbrochen wird, als Marc im Zuge einer Beförderung die Stadt verlassen will und Key trotzdem keine Aussicht auf die Nachfolge hat. Während einer Filmvorführung nutzt die Protagonistin unbeobachtete Minuten, um Marc in dessen Büro zu töten. Durch das Wechseln der Filmrollen (hier gibt es Parallelen zu Folge 21 "Ein gründlich motivierter Tod") hat die Mörderin ein Alibi.

Die in der Filmbranche angesiedelte Story ist gerade für Cineasten recht attraktiv – ein netter Exkurs über Überblendzeichen bzw. Rollenwechsel ist inbegriffen. Ermittlungstechnisch bewegt man sich auf unterhaltsamem Terrain, weil die Indizien nicht weit hergeholt und nachvollziehbar sind. Beispielsweise deckt ein simpler, schlüssiger Hinweis durch die Brillenposition des Opfers auf, dass der Täter ein Bekannter gewesen sein muss.

Das Columbo-Mörder-Spiel ist stimmig, wenn auch nicht so spektakulär, wie in anderen Fällen (es wird sogar recht zärtlich, wenn die hübsche Täterin den Inspektor massiert). Da leuchten die von Augen von Falk, der hier spielfreudig agiert. Trish Van Devere sieht aber nicht nur gut aus, ihre eloquente, erfolgsorientierte Art ist eine erfrischende Abwechslung, zumal sie im Allgemeinen menschlich und nicht unsympathisch wirkt. Interessant sind vor allem auch Columbos verhältnismäßig ausschweifenden Anekdoten über sein wohlbehütetes Geheimnis, die eigene Familie. Vater, Mutter, Neffe und natürlich, wie könnte es anders sein, Mrs. Columbo finden Erwähnung. Feiner Dialogwitz (die Halskrause macht es möglich) verkürzt die an sich mit 94 Minuten lange Episode. „Stargast“ Hund hat auch seinen Auftritt, wenn Columbo seinen Fernseher zum Reparieren bringt.

Die finale Auflösung anhand der Überblendzeichen ist pointiert gelungen, im Sinne des Columboschen Knalleffekts am Ende.

Letztendlich ist „Mord in eigener Regie“ erhaben überdurchschnittlich, kein Highlight, aber eine interessante Folge, weil die Täterin nicht dem üblichen Profil entspricht und die Auflösung und Indiziensammlung überzeugt und herrliche Dialoge für das ein oder andere Highlight sorgen. (7/10)

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