Review

**SPOILER**

tja, irgendwie doom...äh...dumm gelaufen.

Man überlege sich mal was man mit 70 Millionen Dollar alles machen könnte: "10 weitere Doom Spiele produzieren, The Rock so lange Schauspielunterricht geben bis er einen zweiten Gesichtsausdruck drauf hat (na gut, dazu dürften wohl auch 70 Millionen nicht reichen)...oder...hey einen langweiligen Aliens-Resident Evil Abklatsch drehen, der sich immer wieder gekonnt selber in die unendlichen Weiten der Lächerlichkeit schießt und dabei den Unterhaltungswert einer ranzigen Packung Milch besitzt.

Irgendwie schade, dass man sich auf das letztere geeinigt hat.

Ich find die Doom Spiele ganz nett, aber mit der Zeit sind sie irgendwie alle recht eintönig und doch auch langweilig. Aber wenigstens kann man dauernd auf irgendwas ballern.Entsprechend waren meine Erwartungen an eine Filmumsetzung: Hirn aus - 90 Minuten Dauerfeuer, geile Action und gut ist.

Hirn aus ist beim fertigen Film schonmal nicht verkehrt (auch wenn es wenig hilft) aber schon beim Dauerfeuer hört es auf. Wie kann ein Film, dessen Story aus "Marienes gehen auf den mars um Viecher zu töten" besteht 30 Minuten brauchen bis es zum ersten mal einigermaßen los geht? Und auch danach gibt es immer wieder reichlich Leerlauf, der die Dämlichkeit des Drehbuchs nur noch stärker in den Vordergrund stellt.
Zumal die Actionszenen sich alle immer nach dem selben Schema abspielen: Ein dunkler Gang - ein Geräusch - Ein Schatten - Ein Viech - kurzes Ballern - Marine ist tot. Und das immer und immer wieder. Dabei gibt es exakt zwei Monstertypen, was nur noch für mehr Langeweile sorgt. Zumal die eine Viechsorte (das bis auf eine Ausnahme der einzige Gegner ist) auch noch verdächtig nach dem "Pumpkinhead" - Monster aus dem gleichnamigen B-Monster-Horrorfilm aussieht (den ich im Nachhinein betrachtet viel lieber gesehen hätte als "Doom").

Die Story ist so was wie Resident Evil für Arme (und RE war ja schon nicht unbedingt die Ausgeburt eines Atomphyiskers, so rein vom geistigen Anforderungslevel) also mit Genmutation, fiesen Experimenten und (hier noch zusätzlich) einer seltsamen Bruder-Schwester Story die ins Nichts führt. Die aus den Doom Spielen bekannte Hölle gibt es nicht, alle Viecher sind einfach Mutationen.
Schön übrigens auf was für ein geistiges Niveau die Filmemacher ihr Publikum schätzen, denn anders ist nicht zu erklären, das auch jede noch so kleine Kleinigkeit bis ins Detail erklärt wird, damit auch der letzte Volltrottel im Kino noch mitbekommt wohin sich die ach so tolle Story entwickelt.

Die Schauspieler sind auch zu sehen (außer es ist dunkel und der in Hollywood so viel beschäftigte Epileptiker ist wieder an der Kamera). Von Karl Urban (war wohl auch irgendwie in Herr der Ringe - keine Ahnung) mal abgesehen bekleckert sich keiner mit Ruhm und The Rock spielt so was von unterirdisch, dass glaubt man kaum. Für mich schon jetzt ein ganz heißer Anwärter auf die Goldene Himbeere ist seine Rede am Ende, als er darauf hinweißt, dass sie doch alle Marines sind. Ich konnt mich vor Lachen kaum noch halten.

Überhaupt, das Ende. Jeder der Doom kennt wird dieses Ende verfluchen, denn es ist beschissen, Mist, Müll: The Rock mutiert zum Monster und liefert sich einen Martial Arts Kampf mit dem zum Superkrieger mutierten Karl Urban. Dann ist auf einmal alles aus und das wars. Kein Endgegner, kein großes fieses Monster, einfach nur ein leicht mutierter The Rock, der in die Luft gesprengt wird. Das ist so weit weg von den Doom Spielen wie The Rock vom Oscar.

Technisch hat der Film auch wenig zu bieten. Die Kulissen wirken irgendwie billig und wenn gekämpft und geblutet wird, dann im Dunkel von irgendwelchen Gängen und Tunneln.
Bereits im Vorfeld hat ja die First-Person Sequenz für einiges Aufsehen gesorgt. Letztlich wirkt sie aber wie nachträglich in den Film gesetzt, damit das ganze wenigstens ein wenig Ähnlichkeit mit Doom hat. Der Stil, das Tempo und einfach die ganze Szene wirken absolut unpassend und ziehen den Film nur noch mehr ins Lächerliche. Da werden die Gegner, die vorher kaum zu besiegen waren auf einmal im Dutzend abgeschlachtet, hinter jeder Ecke wratet ein neuer Zombie und wo in einer Forschungseinrichtung auf einmal eine Kettensäge herkommt will ich gar nicht wissen.

Für mich ist der Film eine einzige Enttäuschung. Es fehlt neben dem Doom Feeling einfach jeglicher Unterhaltungswert und der Film vermittelt den Eindruck als halte er seine Zuschauer für absolut blöd. Keinerlei Spannung und sich immer wiederholende Actionszenen sind einfach viel zu wenig. Dazu sieht der Film zu keinem Zeitpunkt aus als habe er 70 Millionen Dollar gekostet und präsentiert darüberhinaus auch noch die dämlichste Marines Truppe, die ich seit langer Zeit in einem Film gesehen habe.

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