Review

Mann muss ja schon etwas übermutig sein wenn man einen Film fortsetzt der als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gilt. Aber Produzent Mark A. Altman hat nun mal die Lizenz erworben und nun muss sie auch Geld einbringen. Trotz der miesen Kritiken des ersten Teils, war es dennoch ein rentabler Erfolg. Auch wenn Uwe Boll mit diesen Streifen seine komplette Reputation scheinbar für immer verspielt hat, was er mit „Alone In The Dark“ auch noch mal unterstrich, fand ich den herrlich dämlichen „House Of The Dead“ sehr unterhaltsam. Der Film wusste was er war und bot neben etlichen Logik- und Contiunitätsfehler, eine dünne Story und obendrauf auch noch meist schlechte Schauspieler. Aber Bolls Regie war so Over The Top das es schon wieder spaß machte.

So schrieb Mark A. Altman auch noch ein zweites Drehbuch und produzierte wieder mit seiner Firma „Mindfire Entertainment“ und verkündet im Vorwort der DVD das nur das schlechte abschneiden von „Land Of The Dead“ und „Undead“ in Amerika, ein Kinostart verhinderte.Wer aber nach diesem Endprodukt den Film noch im Zusammenhang mit einer großen Leinwand bringt, hat wohl auch etwas zu viel geraucht. Letztendlich feierte die Fortsetzung ja sein Debüt im TV, bevor er nun auf DVD veröffentlicht wurde. Und mehr wäre nimmer drin gewesen.

Unglaublicherweise schließt der Film übrigens Handlungstechnisch an den 1. Teil an und führt die Geschichte weiter. Der Überlebende Rudy hatte ja seine Freundin wieder belebt und mit in die Stadt genommen. Dort wurde sie aber doch noch zum Zombie und tötete ihn. Sein Vater, Professor Curien (Sid Haig „Galaxy Of Terror“, „The Devil´s Rejects” in einer total verschenkten Rolle), Fans der Spiele wissen bescheid, sperrt sie ein und fängt mit Experimente an um tote wieder zu erwecken. Das misslingt und auf dem Campus breitet sich die Seuche der „Hyper-Sapiens“(!) aus.

Ähnlich wie Teil 1 ist die Story auch nicht interessanter oder ausgereifter geworden. Teilweise kann man auch nur verwundert aus der Wäsche gucken was einem da präsentiert wird. Und dabei ist das große Problem das sich der Film viel zu ernst nimmt. Er will nämlich ein „echter“ Horrorfilm sein und verlässt damit die Pfade des Prequels; der wie gesagt einfach den Quatsch den er verzapfte hinnahm. Treu blieb er sich zumindest bei den ein oder andern Anschlussfehler. Das übliche halt, wie mal Blut im Gesicht und dann wieder nicht. Viel schlimmer sind aber eher die völlig sinnfreien und teilweise haarsträubenden Ideen, die der Film auftischt. Das Ellie Cornell wieder als Casper auftritt ist ebenso sinnig wie überflüssig. Wer es nicht mehr weiß: Sie war die Olle, der die Beine abgetrennt wurden und dann gestorben ist. Obwohl scheinbar ja nicht. Hier ist sie Quicklebendig die Chefin und sitzt aber immerhin im Rollstuhl. Und solche kruden Ideen mehren sich im laufe der Spielzeit. Da schmiert sich z.B. der Held (Ed Quinn, „Starship Troopers 2“) mit Eingeweiden ein um sich durch die Untoten zu schleichen. Diese können deshalb nicht riechen dass er noch lebt. Und sie sniffen tatsächlich an ihm herum und lassen ihn dann passieren. Oh je. Vor allem macht er dass um seine beiden Kameraden zu befreien, weil sie in einem Raum eingesperrt sind und die Klappe (aus Plastik!!!) zum Lüftungsschacht nur von außen zu öffnen ist. Er schraubt diese also auf und so können die anderen beiden herausklettern. So einen Schwachsinn habe ich wirklich lange nicht mehr gesehen. Vor allem weil man auch noch sieht das er gar nicht die Klappe aufschraubt die sie zur Flucht nutzen, sondern es ist ein ganz anderer Raum….
Da sind die üblichen Fehler wie das idiotische Vorgehen der Spezialeinheit (beim ersten male kann man ja noch auf einen Zombie reinfallen, aber nur 5 Minuten später das gleiche Spiel?), die längsten 10 Minuten der letzten Jahre oder die nicht gerade realistisch aussehenden Klamotten der Soldaten fast schon zweitrangig.

Emanuelle Vaugier („Saw 2“, „Cerberus“) passt sich dem Geschehen dann gleich an und enttäuscht ziemlich. Vermutlich hat sie gemerkt für welchen Murks sie unterschrieben hat. Und trotz netter Kollegen wie Nadine Velasquez („Beowulf“, „Mindhunters“), James Parks („Kill Bill 1+2“), Victoria Pratt („Mutant X“, „Brotherhood Of Blood“), Sticky Fingaz („Blade Serie“) oder Johnny Ngyuen („Tom Yum Goong“, „Demon Hunter“) in einer Minirolle, bekommt man nur mäßige Darstellungen geboten. Deren zu geschusterte, teils peinliche, Dialoge verhelfen natürlich auch nicht gerade zu Bestleistungen anzuspornen.

Und trotz reichlich Zombieaction ist „House Of The Dead 2“ bei weitem nicht so unterhaltsam wie Uwe Bolls Versuch. Die Masken gehen in großen und ganzen in Ordnung (was man vom Explosionseffekt der Miniaturschule im Finale nicht sagen kann…), der Gewaltgrad ist solide aber bei weiten nicht besonders hoch anzusetzen, aber irgendwie weiß die recht biedere Regie vom Engländer Michael Hurst nicht zu packen. Die Actionszenen sind meist einfallslos inszeniert und wiederholen sich von der Art her öfters. Hoffen wir mal dass seine nächsten beiden Arbeiten „Room 6“ und „The Darkroom“ etwas mehr Pep bieten. Zumindest wurde auf dem übertriebenen Videoclipstil des Vorgängers komplett verzichtet und auch die Musik wirkt passender, ohne wirklich zu berühren.

Fazit:

Teil 2 hat noch weniger mit dem Sega Spiel zu tun wie Teil 1(und das soll schon was heißen), nimmt sich viel zu ernst, bietet Logiklöcher Par Excellence und kann, trotz das er kaum Zeit für Handlung verschwendet, nicht wirklich unterhalten. Technisch gibt es nicht allzu viel zu meckern, auch wenn man das schmale Budget (da wird auch mal der gleiche Raum 2x verwendet) an allen Ecken und Enden zu erkennen ist. Der Film ist ein Paradebeispiel für einen 08/15 Zombiehorrorfilm ohne Höhepunkte. Das Ende lässt dann auch noch die Möglichkeit einer Fortsetzung offen. Aber nach diesem erneuten Misslingen, sollte man davon wohl Abstand nehmen.

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